Fußball-Lärm: Klage gegen Verein abgewiesen

Nürnberg/Freystadt - Lärm von Fans, Fußballspielern und Schiris sind keine "wesentliche Beeinträchtigung". Die Klage eines Anwohner wurde abgewiesen. Vielmehr sei der Kläger selbst schuld...

Pfiffe der Schiedsrichter, Rufe der Spieler und Jubel der Fans: Der Rummel auf dem Fußballplatz des FC Möning 1949 in Freystadt (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz) ist nicht zu laut für die Anwohner. Dieses Urteil hat die 4. Zivilkammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth am Donnerstag gefällt. Die Aktivitäten auf dem Sport- und Bolzplatz, in der Mehrzweckhalle und im Vereinsheim stellten keine “wesentliche Beeinträchtigung“ für die Kläger dar, teilte das Gericht mit.

Der Streit zwischen einem Anwohner auf der einen und der Stadt sowie dem Verein auf anderen Seite dauerte seit bereits 1999. Der Kläger, Miteigentümer eines benachbarten Grundstücks, fühlte sich in unerträglicher Weise gestört. Lärmimmissionswerte würden vor allem in Ruhezeiten und nachts erheblich überschritten. Der Schlafmangel der Familie hätte zu gesundheitlichen Schäden geführt, klagte er.

Die Zivilkammer hat sich dieser Sichtweise nicht angeschlossen. Sie hörte einen Lärmgutachter an und besichtigte die Sportanlage während eines Punktspiels. Ein rechtlich erhebliches Überschreiten der Lärmgrenzwerte sei dabei nicht festgestellt worden, hieß es in der Mitteilung. So habe die Kammer auf der Terrasse des Klägers zwar den Spielbetrieb und den Jubel der Fans wahrgenommen, es sei aber immer noch möglich gewesen, sich zu unterhalten. Zudem verwies das Gericht auf eine “gesteigerte Duldungspflicht“ des Klägers. “Wer sich in Kenntnis oder grob fahrlässiger Unkenntnis einer vorhandenen Immissionsquelle in der Nähe ansiedelt, hat den daraus entstehenden Konflikt mitverschuldet.“ Den Sportplatz gebe es seit den 70er Jahren, der Kläger hätte sein Anwesen aber erst 1998 erworben.

dpa

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