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Ein überfluteter Sportplatz in Ködnitz im Landkreis Kulmbach.

Unwetterwarnung herausgegeben

Land unter: Uns stehen 48 nasse Stunden bevor

München - Es regnet, es schüttet, es windet, es donnert. So sehr, dass Imker nun mit gravierenden Einbußen rechnen, Politiker Veranstaltungen absagen – und sogar Unwetterwarnungen herausgegeben werden.

Regen, mehr Regen – und noch mehr Regen. Das sind die Aussichten für die kommenden Tage. Jan-Bernd Schröer ist Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD) in München. Er sagt: „Da steht uns was ins Haus.“ Schröer spricht von „unwetterartigen Mengen

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Niederschlag“ , die in den nächsten 48 Stunden zu erwarten seien. Bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter könnten in den nächsten 48 Stunden abregnen. Aus Ostdeutschland wabern gigantische Regenwolken derzeit nach Bayern. Seit heute gilt deshalb für den Freistaat eine Unwetterwarnung. Durch den anhaltenden Regen könnten Flüsse und Gewässer vor allem im Norden Bayerns und im Bayerischen Wald über die Ufer treten.

Auch wenn das Wetter ab Montag langsam schöner wird: Für Bayerns Imker sind Wetter-Kapriolen eine Katastrophe. Weil es bislang zu wenig warme und trockene Tage gab, wird es auch in den nächsten Wochen kaum neuen Honig aus Deutschland geben. „Die Bienen haben zwar einiges aus den Rapsfeldern eingebracht, aber das ist noch nicht schleuderfähig. Der Wassergehalt des Honigs ist noch zu hoch“, sagte der Präsident des Deutschen Imkerbundes, Peter Maske. Deutscher Imkerhonig dürfe nicht mehr als 18 Prozent Wassergehalt haben. Wenn die Bienen Nektar und Pollen eintragen, hat dieser Maske zufolge einen Wasseranteil von etwa 30 Prozent. Schon 2012 war kein gutes Honigjahr, weil zu viel Regen im Frühjahr, Bienenverluste durch die Varroa-Milbe und stark gestiegene Zuckerpreise den Imkern zu schaffen gemacht haben. Deutschlands Imker produzieren im Jahr durchschnittlich rund 25.000 Tonnen Honig. Damit können sie rund 20 Prozent des heimischen Bedarfes decken. Dieser liegt bei rund 1,5 Kilogramm pro Kopf. Bundesweit arbeiten etwa 100.000 Imker mit fast einer Million Bienenvölkern.

Der Wald ist der große Gewinner des nassen Mai-Wetters

Doch nicht nur Imker und Bienen leiden. Das Regen-Wetter hat inzwischen sogar Auswirkungen auf die bayerischen Landespolitik. In der Oberpfalz fällt der für diesen Samstag geplante örtliche Wahlkampfauftakt der Freien Wähler ins Wasser. „Der Festplatz in Kallmünz ist überflutet“, sagte die FW-Abgeordnete Tanja Schweiger am Mittwoch.

Doch es gibt auch einen Gewinner des nasskalten Mai-Wetters: der Wald. „Für den Wald ist es wichtig, dass der Wasserspeicher im Boden aufgefüllt wird“, sagt Simon Östreicher vom Bayerischen Forstministerium. Dieses Wetter sei eine Erholungsphase, die Bäume litten unter Trockenheit mehr, als wenn es zu viel regne, ergänzt der Landesbeauftragte des Bund Naturschutz (BN) Bayern, Richard Mergner.

"In Hanggebieten könne es zu Erdrutschen kommen"

Dem Boden selbst allerdings kann Dauerregen irgendwann schon zu schaffen machen: „In Hanggebieten könne es zu Erdrutschen kommen und allzu matschige Waldwege müssen gesperrt werden“, sagt der Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbandes, Hans Baur. Um Schäden zu vermeiden, fahren Holzerntemaschinen auf aufgeweichtem Boden nicht in den Wald. Hauptsächlich werden Bäume aber ohnehin im Winter gefällt und abtransportiert.

Viel Regen bedeutet für den Wald auch weniger Feinde: „Insekten, die die Bäume schädigen können, wie zum Beispiel der Borkenkäfer, werden durch das nass-kalte Wetter in ihrer Entwicklung gehemmt“, sagt Östreicher. Bei warmer, trockener Witterung bohrt sich der kleine Käfer ab Anfang April vor allem in die Rinde von Fichten und unterbindet deren Wasserversorgung – die Bäume sterben ab.

„Jetzt ist die Startphase schon verpasst, so dass die Käfer auch im Laufe des Jahres sich nicht mehr so stark vermehren können“, sagt Östreicher. Außerdem können sich die Bäume gegen solche Angreifer auch besser verteidigen, wenn sie gut mit Wasser versorgt sind: Der Baum kann genügend Harz bilden, um den Angreifer mit der klebrigen Masse abzuwehren.  

paw/lby

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