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Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg widmet sich eine Ausstellung dem deutsch-römischen Kaiser Karl IV. Die Votivtafel im Bild ist eine der Höhepunkte der Ausstellung und zeigt den bärtigen Kaiser mit goldener Krone.

Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg

Große Landesausstellung widmet sich dem Leben Karls IV.

Nürnberg - Große Schau für einen bedeutenden Europäer: Im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg widmet sich eine Landesausstellung dem deutsch-römischen Kaiser Karl IV. (1316 bis 1378).

Am Freitag machte sich Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) ein Bild von den 180 Exponaten. „Von Karl IV. kann man lernen, wie man nationale Identitäten überwinden kann“, sagte der Minister. Die Ausstellung beleuchtet das Leben des Herrschers - und blickt auch auf seine Wirkung auf die heutige Zeit. „Karl hat gezeigt, dass Politik in breiteren Rahmen und Kontexten passieren muss“, sagte Kurator Jiri Fajt.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung gehört eine Votivtafel, die um 1370 angefertigt wurde und den bärtigen Karl IV. mit goldener Krone zeigt. Empfangen werden die Besucher von einer zwei Tonnen schweren Statue des Herrschers. Doch die Schau ist kein reines Loblied auf den ehemaligen deutsch-römischen Kaiser und böhmischen König: Bei den Judenpogromen in Nürnberg im 14. Jahrhundert hat Karl wissentlich zugesehen - und dabei geholfen, den Besitz der Juden an seine Untergebenen zu verteilen. „In Tschechien hat man über dieses Thema bisher nie geredet“, sagte Fajt. Mit der ersten bayerisch-tschechischen Landesausstellung habe sich das nun geändert.

Karl IV. lebte in einer Zeit der Krisen und Umbrüche - geprägt von der Pest und von Naturkatastrophen. Gleichzeitig erlebten Architektur, Technik, Kunst und Kultur einen Aufschwung, in Prag wurde die erste Universität Mitteleuropas gegründet. 1355 wurde Karl in Rom zum Kaiser gekrönt - und verfasste ein Jahr später mit der Goldenen Bulle eine Art Reichsgrundgesetz für die kommenden Jahrhunderte. Die damalige freie Reichsstadt Nürnberg gehörte zu Karls Lieblingsorten.

Von Mai bis September war die Ausstellung bereits in Prag zu sehen - rund 93 000 Besucher kamen damals. Eine Prognose für die Nürnberger Ausstellung wollte keiner der Beteiligten abgeben.

dpa

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