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Eine Frau betrachtet in der Landesausstellung "Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser" in der Regensburger Minoritenkirche ein Gemälde mit der Darstellung von Kaiser Ludwig IV. Die Ausstellung lenkt vom 16. Mai bis 2. November den Fokus auf den ersten Wittelsbacher Ludwig den Bayern, der es auf den römischen Kaiserthron schaffte.

Landesausstellung eröffnet

„Ludwig der Bayer" lockt nach Regensburg

Regensburg - „Ludwig der Bayer“ war ein erfolgreicher Kriegsherr und Diplomat. Er besiegte die Österreicher mehrmals. Nun erinnert Landesausstellung an den Wittelsbacher.

Vor 700 Jahren wurde „Ludwig der Bayer“ König und 1328 sogar Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Er war ein gewiefter Kriegstaktiker, zugleich aber auch ein ausgebuffter Diplomat. Mit diesen Eigenschaften wurde er schließlich zum royalen Shootingstar des Mittelalters. Die am Donnerstag in Regensburg eröffnete Landesausstellung „Ludwig der Bayer. Wir sind Kaiser!“ erinnert an das Leben Ludwigs und die Geschichte seiner Zeit.

„Die Besucher werden spüren, dass die Ausstellungsorte in Regensburg einzigartig sind und Geschichte atmen“, sagte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) am Donnerstag bei der Festrede im Regensburger Dom. Bei einem Rundgang in den drei Ausstellungsorten, der Dompfarrkirche St. Ulrich, dem Domkreuzgang und der Minoritenkirche, begleiteten ihn rund 1000 geladene Gäste. „Der Gesamteindruck dieser Epoche ist beeindruckend“, betonte der Ministerpräsident anschließend.

Bisheriges Weltbild in Frage gestellt

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts wurde mit zahlreichen grundlegenden Neuerungen politischer, wirtschaftlicher und kultureller Art das bisherige Weltbild infrage gestellt. „Die Ausstellung zeigt ein Zeitalter, in dem Bayern im Mittelpunkt der Weltgeschichte stand“, sagte Kunstminister Ludwig Spaenle (CSU). Etwa 1,9 Millionen Euro hat die Staatsregierung in die Ausstellung investiert, die bis 2. November zu sehen ist.

Vor allem der Konflikt der Bürgerschaft, des Adels und der Kirche steht im Vordergrund. „Ludwig der Bayer“ habe sich mit jedem angelegt, der ihm in die Quere kam, erläuterte Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte. Vor allem dem Papst, der damals im französischen Avignon auf seinen durch den Ablasshandel aufgetürmten Reichtümern saß, war er ein Dorn im Auge. Das katholische Oberhaupt verhängte gar den Kirchenbann über Ludwig, der jedoch nach Rom zog und einen kaiserlichen Gegenpapst einsetzte.

Es sei damals eine spannende Zeit gewesen, die zur Klärung der geistlichen und weltlichen Fragestellungen beigetragen habe, sagte der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer. „Es ist ein Segen für die Kirche, dass ihr damals der weltliche Anspruch genommen wurde.“

Christoph Süß: Scharfzüngiger Einblick in den Dombau

Die Besucher der Landesausstellung werden in der frühgotischen Kirche St. Ulrich zunächst medial in die Geschichte Ludwigs geführt. Kabarettist Christoph Süß gibt in einem rund 20 Minuten langen Film scharfzüngig und mit Hilfe von 3D-Effekten einen Einblick in den Dombau und die Gesellschaft in Regensburg. Danach bietet sich ein Streifzug durch den Domkreuzgang an, der sich den religiösen Vorstellungen der Zeit Ludwigs des Bayern widmet.

Das Herzstück der Landesausstellung in der Minoritenkirche, einer der größten in Deutschland, zeichnet dann den Weg des Kaisers von der Kindheit über die sagenumwobenen Schlachten bis hin zur Thronbesteigung nach. Zahlreiche kostbare Exponate dokumentieren die Geschichte des aufblühenden Zeitalters. Neben dem erstmals in Bayern gezeigten Karlstein-Schatz warten auf die Besucher der älteste bekannte Plattenharnisch, wertvolle Tafelgemälden sowie kunstvoll verzierte originale Handschriften aus der Kanzlei Ludwigs und die um 1350 entstandene „Apokalypse-Handschrift“ aus London, die Ludwig im Höllenschlund darstellt.

dpa

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