Mit Mordversuch "ein Zeichen setzen"

Nürnberg - Ein 55-jähriger Fürther hat seinen Nachbarn mit Benzin übergossen und anschließend mit brennenden Streichhölzern beworfen. Vor Gericht sagt er jetzt, "er wollte ein Zeichen setzen".

Wegen versuchten Mordes muss sich ein 55-jähriger Fürther seit Dienstag vor dem Landgericht in Nürnberg verantworten. Zum Prozessauftakt legte er ein Geständnis ab. Er habe sich von seinem Nachbarn seit Jahren verfolgt gefühlt und „ein Zeichen setzen wollen“, sagte der Mann, der seit der Tat im Oktober 2012 in der Psychiatrie untergebracht ist.

Beim Betreten seiner Wohnung sei ihm damals ein Nachbar im Treppenhaus über den Weg gelaufen. Aus Ärger darüber, schon wieder verfolgt zu werden, habe er kurzerhand ein mit Waschbenzin gefülltes Gurkenglas genommen und den 51 Jahre alten Nachbarn mit dem Benzin übergossen. Anschließend habe er versucht, die Kleidung des Mannes anzuzünden - allerdings erfolglos. Das Opfer überstand die Attacke unverletzt.

Dem Verfolgungswahn des Mannes ist es laut Staatsanwaltschaft auch zu verdanken, dass die gesamte Tat von einer Videokamera aufgezeichnet wurde. Mit der Kamera hatte der 55-Jährige ständig das Geschehen vor seiner Wohnungstür aufgezeichnet. Um festzustellen, ob jemand während seiner Abwesenheit in seine Wohnung eingedrungen war, hatte er zudem einen elektronischen Personenzähler an seiner Tür angebracht. Seine Tür war unter anderem mit einem Zahlenschloss gesichert.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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