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Bayerischer Nachwuchs: Im Freistaat werden Jahr für Jahr mehr Kinder geboren.

Ländliche Landkreise legen an Einwohnern zu

Von wegen Landflucht: Bayerische Landkreise legen an Einwohnern zu

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Das Leben auf dem Land in Bayern wird wieder attraktiver. Nur noch in vier Landkreisen im Freistaat wanderten mehr Menschen ab, als neue hinzukamen.

München - Jeder will Stadtluft schnuppern? Von wegen. Nachdem auch in Bayern lange immer mehr Menschen in die Ballungszentren drängten, entscheiden sich mittlerweile wieder mehr Bewohner für ein Leben auf dem Land – und bekommen dort auch fleißig Nachwuchs. Das geht aus dem gestern von Heimatminister Albert Füracker (CSU) vorgestellten Heimatbericht hervor.

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Demnach wurde zum Stichtag Ende 2016 ein Bevölkerungszuwachs im ländlichen Raum auf rund 7,21 Millionen Menschen verzeichnet – ein Plus von 0,5 Prozent bei einem gesamtbayerischen Zuwachs von 0,7 Prozent. In allen Regierungsbezirken stieg die Einwohnerzahl. Und in allen Regierungsbezirken wurde auch ein Wanderungsplus verzeichnet. „Der ländliche Raum ist keine Abwanderungsregion mehr“, sagte Füracker. Lediglich in den Landkreisen Kulmbach (Oberfranken), Haßberge (Unterfranken), Neustadt an der Waldnaab und Amberg-Sulzbach (beide Oberpfalz) zogen mehr Menschen weg als zu. 

Mehr Kinder geboren als in Ballungszentren

Dass die Bevölkerung in insgesamt zwölf Landkreisen und einer kreisfreien Stadt trotzdem schrumpft (Vorjahr: sieben Landkreise), liegt daran, dass dort mehr Menschen starben, als geboren wurden. Allerdings liegt das Minus überall bei unter einem Prozent. Insgesamt werden aber auf dem Land sogar etwas mehr Kinder geboren als in den Ballungszentren. Auch die Sterbefälle gingen hier deutlicher zurück. „Zudem haben wir quasi Vollbeschäftigung in allen Regionen“, betonte Füracker. Die niedrigeren Mieten und der Ausbau mit schnellem Internet steigerten die Attraktivität noch weiter.

Damit dieser Trend auch in den kommenden Jahren bestehen bleibt, will Füracker die Kommunen vor Ort mit neuen Impulsen unterstützen. Erleichterungen für Bürger und Unternehmen soll etwa das digitale Rathaus bringen. Sämtliche Verwaltungsleistungen vom Beantragen der Geburtsurkunde bis zur An- und Abmeldung des Autos sollen bis Ende 2020 online angeboten werden. Mit einem neuen Förderprogramm will die Staatsregierung den Kommunen dabei unter die Arme greifen. Wie zuletzt beim Glasfaser-Ausbau soll es regionale Ansprechpartner, sogenannte „E-Government-Manager“, geben, die die Kommunen auf dem Weg in die digitale Welt beraten sollen. Außerdem soll Ende Juli eine „HeimatBlick“-App veröffentlicht werden, in der Zahlen, Daten und Fakten über alle bayerischen Landkreise zu finden sein sollen.

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SPD kritisiert Fürackers Plan

Füracker zeigte sich zudem offen für neue Maßnahmen gegen den Flächenverbrauch auf dem Land. „Ich überlege, ob wir Gebäudeaufstockungen nicht steuerlich begünstigen sollten“, sagte er. Schließlich entstünde die Hälfte des Flächenverbrauchs durch Wohnen. Auch eine geringere Besteuerung von Kita-Essen als Entlastung für Familien könne er sich vorstellen. Beide Möglichkeiten müssten aber auf Bundesebene ausgelotet werden. Der Freistaat werde die Kommunen weiter fördern. So sei der Finanzausgleich mit 9,53 Milliarden Euro so hoch wie noch nie.

Kritik an Fürackers Plänen kam von der SPD. Die Mehreinnahmen beim kommunalen Finanzausgleich seien auf die gestiegenen Steuereinnahmen zurückzuführen. „Die Staatsregierung hat daran überhaupt keinen Anteil“, sagt SPD-Wirtschaftspolitikerin Annette Karl. Bevor Füracker zudem großspurig ein digitales Rathaus ankündige, müssten die ländlichen Regionen erst mal ans schnelle Internet angeschlossen werden. Hier habe die Staatsregierung ihre Hausaufgaben nicht gemacht.

Dominik Göttler

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