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Heinrich Trapp, Landrat in Landau, half einer hochschwangeren Syrerin, deren Wehen einsetztn.

Dienstfahrzeug als Krankenwagen

Landrat bringt hochschwangere Syrerin in Klinik

Landau - Heinrich Trapp (SPD), Landrat des Kreises Dingolfing-Landau, ist in einer Flüchtlingsunterkunft zum Geburtshelfer geworden.

Landrat Heinrich Trapp Unfreiwilliger Geburtshelfer Landau – Heinrich Trapp (SPD), Landrat des Kreises Dingolfing-Landau, klärte die Flüchtlinge der Notunterkunft Landau am Mittwochnachmittag gerade über Schleusermythen und unterschiedliche Erwartungshaltungen auf, als auf einmal Hektik ausbrach in der Runde. „Wir brauchen einen Arzt“, riefen die Bewohner, „es kommt ein Baby“. Bei einer hochschwangeren 25-jährigen Syrerin hatten die Wehen eingesetzt. Trapp reagierte sofort und stellte sein Dienstauto als Krankenwagen zur Verfügung.

Erste Unterstützung konnte ein Mann leisten, den Trapp eigentlich als Dolmetscher mit in die Unterkunft gebracht hatte – denn der ist im Hauptberuf Chefarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe am Krankenhaus Dingolfing. „Das war wirklich Glück, er konnte die Geburt während der Fahrt schon vorbereiten“, sagt Trapp. In zehn Minuten brachte Trapps Chauffeur die Hochschwangere samt Ehemann, Chefarzt und Landrat ins Dingolfinger Krankenhaus, wo die junge Syrerin wenig später ein gesundes Mädchen mit dem Namen Sara zur Welt brachte. „2920 Gramm und 50 Zentimeter hatte sie“ – das hat Trapp nicht vergessen. „Und Haare hat sie gehabt, sowas habe ich noch nicht gesehen“, sagt der Landrat und lacht.

Am nächsten Tag kam er nochmal vorbei und brachte der kleinen Sara einen Strampelanzug. Die junge Mutter sei ganz begeistert von dem Krankenhaus gewesen, sagt Trapp. Außerdem sorgte er dafür, dass die Eltern in Zukunft in der gleichen Unterkunft zusammenleben können. Bisher war die Mutter in Landau, der Vater aber im 20 Kilometer entfernten Dingolfing untergebracht.  

dg

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