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Postbote überfährt einen Hund: Jetzt soll er zahlen, ist aber stinksauer (Symbolbild).

„Das ist Irrsinn“

Postbote überfährt Hund: Jetzt soll er zahlen - und ist stinksauer auf die Justiz

Beim Briefaustragen hat der inzwischen pensionierte Postbote einen Hund überfahren. In einem Verfahren wurde der 66-Jährige freigesprochen. Jetzt soll er aber doch 800 Euro zahlen. 

Landshut - Josef Strasser (66) kennt den Osten von Landshut wohl so gut wie seine Westentasche. Er dürfte sogar fast jeden Namen und Wohnort in diesem Bereich der Stadt wissen. Mehr als 30 Jahre lang ist er fast täglich durch die Straßen gezogen und hat Post verteilt. Der pensionierte Briefträger hat jetzt aber Schwierigkeiten seine Rente zu genießen, wie die Passauer Neue Presse (PNP) am Dienstag berichtet. Vor allem, weil ihm vorgeworfen wird, kurz vor seinem Ausscheiden aus dem Dienst einen Hund überfahren und dann Fahrerflucht begangen zu haben. 

800 Euro solle Strasser als Strafe zahlen. „Das ist Irrsinn“, zitiert ihn die PNP. Dann sei er wütend geworden: Der Fall sei bereits vor Gericht verhandelt und er freigesprochen worden. Doch die Landshuter Justiz sei unerbittlich und habe den Fall Monate später wieder aufgegriffen. 

Hund überfahren: Postbote auf 800 Euro verklagt - er ist stinksauer

Wie Strasser der PNP berichtet, habe er am 15. Mai 2018 kurz hinter der Stadtgrenze von Landshut die Post an zwei Bauernhöfe geliefert. Auf dem einen Hof hätten zwei große Hunde gelebt. Vor beiden habe er sich immer gefürchtet, weil sie ständig ausbüxten und gerne mal den gelben Postbus angriffen. Einer der beiden sei Strasser an jenem 15. Mai nachgejagt. Am Waldrand sei der Hund dann um das Auto herumgelaufen und unter die Räder gekommen. 

Der Postbote sei zurück auf den Hof gefahren und habe der Hundebesitzerin den Unfall gemeldet. Die Frau habe gegen Strasser ein Verfahren „wegen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz“ angeregt. Das sei aber im Juni desselben Jahres eingestellt worden. 

Traurige Unfälle mit Hunden gibt es leider immer wieder. Erst im Februar gab es einen Fall, in dem ein Postbote in Starnberg einen Hund angefahren hatte und anschließend einfach weiterfuhr. Wie Merkur.de* berichtet, konnte der Mann mithilfe von Zeugen gefunden werden. 

Hund überfahren: Postbote muss sich dem Vorwurf der Fahrerflucht stellen

Wie die PNP berichtet, sei vier Monate später aber ein neuer Vorwurf gegen den ehemaligen Postboten erhoben worden. In einem Brief habe die Staatsanwaltschaft Strasser Fahrerflucht vorgeworfen. Die Strafverfolger bieten ihm laut PNP-Bericht aber an, von einer Klageerhebung abzusehen, wenn er 800 Euro an die Verkehrswacht Landshut zahlt. 

Hund überfahren: Postbote legt Einspruch ein

Strasser legt Einspruch ein. Ohne Erfolg, denn der Richter will ihn zu 20 Tagessätzen à 40 Euro verdonnern. Strasser, der ohne Anwalt in der Verhandlung gewesen sei, habe schließlich nachgegeben. Er sei aber stinksauer auf die Justiz. „Verdächtige müssen in Deutschland aus der U-Haft entlassen werden, weil die Justiz angeblich überlastet ist. Das wundert mich jetzt nicht mehr, wenn ich mir meinen Fall so ansehe“, zitiert ihn die PNP.

Ein eher seltsamer Fall hat sich im März in Gröbenzell ereignet: Weil ein Hund bellte, schlug ein Mann seine Nachbarin nieder. Sein Verhalten vor Gericht verblüffte auch die Richterin, wie Merkur.de* berichtet.

nai

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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