Das Rathaus von Landshut
+
Das Rathaus von Landshut

Regierungssitz von Niederbayern

Landshut - Stadt und Landkreis

Landshut gehört zu den wirtschaftlich stärksten Städten beziehungsweise Landkreisen Bayerns. Große Konzerne sorgen hier für hohe Steuereinnahmen.

Landshut – Am 1. Dezember 1503 verstarb mit Georg dem Reichen der letzte Wittelsbacher Herrscher ohne männlichen Erben. Entsprechend der Erbfolgeregelung dieses Adelsgeschlechts fiel daraufhin das Wittelsbacher Teilherzogtum Bayern-Landshut vollständig an das Herzogtum Bayern-München. Damit ging eine Blütezeit zu Ende, die Landshut während der Renaissance unter dem Wittelsbacher Herrschergeschlecht erlebt hatte.

Landshut: Lage und Geografie

Die Stadt und der Landkreis Landshut liegen im bayerischen Alpenvorland mitten im unterbayerischen Hügelland. Die kreisfreie Stadt hat eine Lage auf knapp 400 Höhenmetern im Tal der Isar, einem Nebenfluss der Donau. Mit 505 Metern ist der Hofberg die höchste Erhebung in der Stadt. Die Isar durchquert das Stadtgebiet und teilt es in drei Gebiete. Landshut besitzt ein wichtiges Wasservogelschutzgebiet, die Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen.

Die folgenden bayerischen Städte befinden sich in einer Entfernung von weniger als 100 Kilometern:

  • Regensburg, 70 Kilometer
  • Straubing, 70 Kilometer
  • Deggendorf, 70 Kilometer
  • Rosenheim, 85 Kilometer
  • München, 70 Kilometer

Der Landkreis Landshut erstreckt sich über eine Fläche von knapp 1.350 Quadratkilometern. Die Stadt Landshut hat eine Größe von knapp 66 Quadratkilometern.

Landshut: Die Geschichte von den Anfängen bis zur Stadtgründung

Bereits während der Jungsteinzeit (um 7000 v. Chr.) lebten Menschen in der Region um Landshut. Knapp 2.000 Jahre später errichteten Bauern im fruchtbaren Isartal erste Siedlungen. Archäologische Fundstücke belegen, dass diese Siedler wahrscheinlich aus böhmischen Gebieten kamen. Zu Beginn der heutigen Zeitrechnung befand sich eine große Ansiedlung in der Gegend um Landshut, die unter römischer Herrschaft stand. Im 6. Jahrhundert bildeten sich bajuwarische Volksstämme heraus, die bis weit ins Mittelalter hinein nahezu ausschließlich Landwirtschaft betrieben. Erst nach der Jahrtausendwende entwickelten sich in der Region allmählich Handwerk und Handel. Da Landshut eine Brücke als bedeutende Isar-Querung besaß, wuchs die Bevölkerung infolge der zunehmenden wirtschaftlichen Bedeutung der Stadt stark an.

Die erste urkundliche Erwähnung von Landshut ist aus dem Jahr 1150 überliefert. Damals wurde die heutige Burganlage Trausnitz als „Landeshuata“ bezeichnet. Im Hochmittelalter begann die Herrschaft der Wittelsbacher Herzöge über die Region Landshut. Sie gehörte zum Herzogtum Bayern. Der Wittelsbacher Herzog Ludwig der Kelheimer ließ zu Beginn des 13. Jahrhunderts die Stadt Landshut gründen.

Landshut: Die Geschichte vom Ende des Mittelalters bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts

Die günstige Lage an der Isar, die damals ein wichtiger Handelsweg war, sowie der Hofberg förderten die rasche Entwicklung der Stadt. Auf dem Hofberg ließen die Wittelsbacher Herrscher eine neue Burg errichten. In der Mitte des 13. Jahrhunderts stieg Landshut zum Stammsitz der Wittelsbacher Herzöge auf. In den folgenden Jahrhunderten erlebte die Stadt an der Isar ihre Blütezeit. Das Stadtgebiet wurde kontinuierlich erweitert. Nach einem verheerenden Brand von 1342 beschlossen die Bürger, neue Häuser bevorzugt aus Stein statt aus Holz zu bauen.

Im Zuge der Bayerischen Landesteilung im Jahre 1392 wurde das Wittelsbacher Herrschaftsgebiet unter den drei Söhnen des verstorbenen Herzogs Stephan II. in die folgenden eigenständigen Herzogtümer aufgeteilt:

  • Bayern-München
  • Bayern-Ingolstadt
  • Bayern-Landshut

Bayern-Landshut war der wohlhabendste Landesteil. Er prosperierte wirtschaftlich so stark, dass die Wittelsbacher Herrscher zahlreiche prunkvolle Gebäude im Renaissance-Stil errichten ließen, unter anderem die Martinskirche und die Heilig-Geist-Kirche. Eine geschickte Steuerpolitik führte zu einer kontinuierlichen Mehrung des Wohlstands der Stadt. Zu dieser Zeit war das Herzogtum Bayern-Landshut wesentlich reicher als die beiden anderen bayerischen Herzogtümer. Diese glanzvolle Epoche endete zu Beginn des 16. Jahrhunderts mit dem Aussterben des Wittelsbacher Adelsgeschlecht im Mannesstamm.

Landshut: Die Geschichte vom Zeitalter der Reformation bis zum Ende des 18. Jahrhunderts

Landshut blieb während der Reformation stets katholisch. Nach dem Ende der Wittelsbacher Herrschaft setzte ein allmählicher Abschwung der Wirtschaft ein. Diese nachteilige Entwicklung wurde später durch den Einfall schwedischer Truppen während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 stark beschleunigt. Die schwedische Armee überfiel Landshut dreimal: 1632, 1634 und 1648. Bei der zweiten Eroberung kam es zu massiven Plünderungen und einer weitgehenden Zerstörung der Stadt. Außerdem entstanden in der Folgezeit große Hungersnöte. Pestausbrüche rafften zahlreiche Einwohner dahin, sodass Landshut um die Mitte des 17. Jahrhunderts verarmt und entvölkert war.

Nach einer längeren Friedens- und Wiederaufbauzeit kam es im Rahmen des Spanischen Erbfolgekriegs 1704 zur Besetzung Landshuts durch österreichische Truppen. Vier Jahrzehnte später fielen die Österreicher erneut in die Stadt ein, dieses Mal im Zusammenhang mit dem Österreichischen Erbfolgekrieg. Im späten 18. Jahrhundert machte der Pfalzgraf Wilhelm von Birkenfeld-Gelnhausen Landshut zu seiner Residenz und gestaltete die Stadt im klassizistischen Stil neu.

Landshut: Die Geschichte vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart

1800 begann ein erneuter Aufschwung der bayerischen Stadt, nachdem Kurfürst Maximilian IV. von Bayern die Ingolstädter Universität nach Landshut verlegt hatte. Während der Napoleonischen Kriege 1809 zerstörten französische Truppen große Teile der Stadt. Die kriegerischen Auseinandersetzungen gingen als die Schlacht von Landshut in die Geschichte ein. 1826 erfolgte eine erneute Verlegung der Universität, sie zog als Ludwig-Maximilians-Universität nach München um. Damit war die Geschichte von Landshut als Universitätsstadt beendet.

Landshut erhielt 1858 seinen ersten Eisenbahnanschluss und profitierte in den folgenden Jahrzehnten insbesondere wirtschaftlich von der Verbindung nach München. Die Entwicklung der Industrie in der Region Landshut beschleunigte sich stark.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Landshut zum Regierungssitz von Niederbayern. Durch die große kommunale Gebietsreform, die in Bayern während der 70er-Jahre stattfand, erhielt der Landkreis Landshut seine heutige Form. Das Gebiet der Stadt wurde durch verschiedene Eingemeindungen vergrößert.

Landshut: Einwohner und Verwaltung von Stadt und Landkreis

In der Stadt Landshut wohnen 73.411 Einwohner, die Bevölkerungsdichte beträgt 1.115 Personen je Quadratkilometer. Die Bevölkerungsdichte im Landkreis Landshut liegt bei 119 Einwohnern je Quadratkilometer. Hier leben insgesamt knapp 160.000 Personen (Stand: 31. Dezember 2019).

Die Stadt Landshut ist in 54 Gemeinden beziehungsweise elf Stadtteile unterteilt. Der gleichnamige Landkreis gliedert sich in 35 Gemeinden. Die kreisfreie Stadt Landshut ist Verwaltungssitz für diesen Landkreis.

Landshut: Politik und Wirtschaft

Bereits seit 2014 amtiert Peter Dreier von den Freien Wählern als Landrat des Landkreises Landshut. In der Kommunalwahl 2020 erzielte seine Partei 20 der 70 Sitze im Kreistag. Die CSU kam auf 17 und die Grünen auf sieben Sitze.

Der Stadtrat von Landshut hat 44 Sitze. Seit der letzten Kommunalwahl sind die Grünen die stärkste Partei und haben elf Sitze. Die CSU konnte sich nur zehn Sitze sichern. Seit 2016 ist Alexander Putz von der FDP Erster Bürgermeister von Landshut.

Die Wirtschaft in der Region Landshut boomt seit vielen Jahrzehnten. Dies ist sowohl der verkehrstechnisch günstigen Lage als auch der langen Tradition der Landshuter Industrie mit einer entsprechend großen Anzahl an Fachkräften zu verdanken.

Zu den vielen bekannten Unternehmen, die hier ansässig sind beziehungsweise produzieren, zählen:

  • BMW
  • Brandt Zwieback
  • EON
  • OMV

Landshut: Wichtige Sehenswürdigkeiten

Zu den bekannten Sehenswürdigkeiten der Stadt Landshut gehören verschiedene Baudenkmäler, wie zum Beispiel die gut erhaltene Burg Trausnitz oder die im Renaissance-Stil errichtete Stadt-Residenz. Darüber hinaus gelten auch die folgenden Gebäude als sehenswert:

  • St. Nikola
  • Heilig-Geist-Kirche
  • Kloster Seligenthal
  • Dominikaner-Kloster
  • Landtor

Kunstfreunde besuchen das Skulpturenmuseum im Hofberg.

Schloss Kronwinkel ist der Stammsitz des Adelsgeschlechts Preysing und ein beliebtes Ausflugsziel im Landkreis Landshut. Im bekannten Naturschutzgebiet Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen lassen sich viele seltene Vögel in ihrer natürlichen Umgebung beobachten. Das Naherholungsgebiet Gretlmühle hat einen Badesee und ist ein Wanderparadies mit einem ausgedehnten Wegenetz.

Auch interessant

Kommentare