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Ehemalige Heimkinder berichten über Misshandlungen in Bayerns Kinder- und Jugendheimen während den Nachkriegs-Jahrzehnten.

Leid ehemaliger Heimkinder bewegt Landtag

München - Mit Bedauern hat der Bayerische Landtag auf das Leid ehemaliger Heimkinder reagiert. Erst Jahrzehnte nach ihrer Peinigung finden sie Gehör.

Zum Auftakt einer großen Anhörung ehemaliger Heimkinder am Dienstag im Parlament verwies die Vorsitzende des Sozialausschusses, Brigitte Meyer (FDP), auf einen fraktionsübergreifend gefassten Landtagsbeschluss aus dem vergangenen Jahr. Darin heißt es: „Der Landtag sieht und erkennt erlittenes Unrecht und Leid, das Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Heimen in Bayern widerfahren ist, und bedauert dies zutiefst. In der Heimerziehung in den 50er- und 60er-Jahren kam es auch in Bayern zu zahlreichen Rechtsverstößen, die auch mit dem damals geltenden Recht und seiner Auslegung nicht vereinbar waren.“

Sozialpädagoge Manfred Kappeler sprach von „schrecklichen Verhältnissen“ in der Heimerziehungen in den Jahren der frühen Bundesrepublik. Die betroffenen Kinder und Jugendlichen hätten keine Chance gehabt, sich gegen das ihnen zugefügte Unrecht zur Wehr zu setzen. „Es gab keine Instanz, die ihnen zugehört oder gar geglaubt hätte.“ Die Heimkinder sollten anschließend in nicht-öffentlicher Sitzung über ihre Schicksale berichten.

Auslöser für die Veranstaltung waren Petitionen von Betroffenen - sie wollten darlegen, dass es zwischen 1949 und 1975 auch in bayerischen Heimen zu Übergriffen und Rechtsverstößen kam und Menschen an entscheidenden Stellen versagten. Der Sozialausschuss beschloss daraufhin einstimmig die Anhörung. Viele Heimkinder in der Bundesrepublik und in der DDR waren bis in die 70er oder 80er Jahre hinein Demütigungen, Prügel und sexuellem Missbrauch ausgesetzt. Die Heime wurden von unterschiedlichen Institutionen getragen.

dpa

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