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Rettet die Feldlerche: Landwirte unterstützen den seltenen Vogel.

Landwirte helfen Feldlerche

Hilpoltstein - Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) bittet Landwirte im Freistaat wieder darum, bei der Herbstaussaat an die bedrohte Feldlerche zu denken. Wer den seltenen Vogel schützen will, muss einen ganz einfachen Trick anwenden.

Die Feldlerche ist seit Jahren bedroht. Deshalb fordert der Landesbund für Vogelschutz (LBV) Landwirte auf, den Kampf gegen das Aussterben des Vogels zu untersützen. Der Trick ist ganz einfach: Wenn beim Säen des Wintergetreides kleine Lücken im Feld gelassen werden, können hier im Frühjahr die Vögel landen, um dann im Getreide ein Nest zu bauen. Wie der LBV am Dienstag im mittelfränkischen Hilpoltstein mitteilte, seien im vergangenen Herbst und in diesem Frühjahr bayernweit rund 1350 solcher Lerchenfenster entstanden. "Wir freuen uns, dass die Landwirte sich so gut an dieser Aktion beteiligen", sagte Frauke Lücke vom LBV.

Die Feldlerche hatte es in den vergangenen Jahrzehnten schwer in Bayern. Nach Angaben des Landesbundes für Vogelschutz (LBV) verringerte sich ihr Bestand seit 1975 um 50 Prozent. Als ein Grund dafür gilt, dass wegen der intensiven Bewirtschaftung das Getreide auf den Feldern mittlerweile so dicht steht, dass für die Vögel kaum mehr Platz zum Nestbau bleibt. Die Feldlerche gehört zu den Bodenbrütern und nistet zwischen April und August. Um den Gesamtbestand zu halten, müssten Feldlerchen eigentlich zwei- bis dreimal im Jahr brüten. Doch im dicht stehenden Getreide kann der Vogel nur noch einmal jährlich Jungen großziehen. Von Mai an muss die Lerche dann auf Weg- oder Feldränder und auf offene Flächen wie Wiesen ausweichen - der Nachwuchs ist aber dann stark gefährdet und wird häufig zur Beute von Mardern, Füchsen, Katzen und Greifvögeln.

Die Vogelschützer arbeiten mit Verbänden und Unternehmen zusammen, eine Kooperation mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV) gehe nun ins zweite Jahr, berichtete Lücke. Der Erfolg des Projekts zum Schutz der Feldlerche zeige, dass sich für den Artenschutz große Aufmerksamkeit erzielen lasse. Landwirte können der Feldlerche geeignete Lande- und Brutplätze schaffen, indem sie bei der Aussaat von Mais, Getreide oder Raps die rund 20 Quadratmeter großen Fenster anlegen - zwei pro Hektar sind nach Auffassung des LBV ideal.

Der Ernteausfall sei dabei gering und belaufe sich auf nur wenige Euro. Besonders wichtig sei es, Lerchenfenster beim Wintergetreide anzulegen, erläuterte Lücke. Denn bereits im Herbst ausgesätes Getreide stehe schon früh im Jahr so dicht, dass für die Feldlerche kein Platz für den Nestbau bleibe.

 dpa

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