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Hahn gerissen: Der Wolf verspeist seine Beute.

Bauernhöfe aufgesucht und Hahn gerissen

Jäger über wildernden Wolf: „Er zeigt keine Scheu“

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In Oberösterreich hat ein Wolf auf einem Bauernhof einen Hahn gerissen. Die Landwirte sind entsetzt - auch weil das Tier keinerlei Scheu zeigt. Möglicherweise handelt es sich um einen der entflohenen Wölfe.

Bad Kreuzen - An die 200 Kilometer liegen zwischen dem Bayerwald und Bad Kreuzen in Oberösterreich. Doch diese Strecke ist für einen Wolf kein Problem, kann er doch täglich locker 50 Kilometer und mehr runterspulen. Am helllichten Tag hat nun in Bad Kreuzen vor drei Wochen ein Wolf gleich drei Bauernhöfe aufgesucht und einen Hahn gerissen.

Die Landwirte verscheuchten das wohlgenährte Tier mit der Mistgabel. „Der war um die 70 Kilogramm schwer“, berichtet Jäger Karl Bauernfeind, der über eine Zeit lang den Wolf beobachtete. „Der muss auch an den Menschen gewöhnt gewesen sein. Er zeigte keine Scheu“, sagte Bauernfeind der tz.

Augenkontakt: Der Wolf zeigt keinerlei Scheu gegenüber Menschen.

Wolf steht Auge in Auge mit Wachhund vor Stall

Um 13.45 Uhr wurde Bauernfeind gerufen, der Wolf stand zehn Meter vor einem Stall, Auge in Auge mit dem Wachhund. Später holte sich der Wolf den Hahn. Das Tier fraß seelenruhig vor Zeugen seine Beute und trabte davon.

Nach einer DNA-Analyse bestätigte sich Bauernfeinds Vermutung: Das Tier könnte einer der sechs Wölfe sein, die vor zwei Monaten im Nationalpark Bayerischer Wald freigelassen wurden. Drei sind tot, einer wurde eingefangen, zwei sind noch in Freiheit. Die DNA-Proben wurden bei gerissenen Schafen und bei eben jenem Hahn genommen. Den DNA-Tests an den Kadavern zufolge sind die Tiere von einem Wolf aus der Karpaten/Balkan-Population gerissen worden. Dieser Typus sei freilebend in Deutschland und Österreich nicht bekannt, treffe aber auf die Nationalpark-Wölfe zu.

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mc

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