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25,25 Meter statt der üblichen 18,75 Meter lang: der Riesen-Laster.

Lang-Lkw auch auf Bayerns Bundesstraßen

München - Das Bundeskabinett hat die Ausnahmeverordnung für den bundesweiten Feldversuch mit Riesenlastern genehmigt. Ab 2012 rollen die Lang-Lkw durch Deutschland. In Bayern dürfen die Laster auch auf Bundesstraßen fahren.

Das Bundeskabinett hat den seit Jahren zwischen den politischen Fronten stehenden Riesenlastern Starthilfe gegeben. Die gesamte schwarz-gelbe Regierung billigte am Mittwochvormittag im Berliner Bundeskanzleramt die Ausnahmeverordnung für den bundesweiten Feldversuch mit den 25,25 Meter langen und 44 Tonnen schweren Lastzügen. Voraussichtlich im Frühjahr 2012 werden die ersten der 400 Laster in neun Bundesländern auf die Strecke gehen. In Bayern sollen die Lang-Lkw eine Fahrerlaubnis auf allen Autobahnen bekommen. Außerdem werden in einer „Positivliste“ einige Bundesstraßen genannt – unter anderem die B 13 bei Sauerlach, die B 17 zwischen Landsberg und Augsburg, die Flughafenstraße am Flughafen München und die B 12 von München bis Altötting. 30 Unternehmen haben insgesamt 170 Routen angemeldet.

Mit der Vorgehensweise setzte sich Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) gegen Opposition und Schienenlobby durch, die eine Befassung des Bundesrates gefordert hatten. Das politische Instrument einer Ausnahmeverordnung sieht dies aber nicht vor. In der Länderkammer ist eine Mehrheit für das Projekt nach wie vor zweifelhaft – eine Mehrheit dagegen aber auch. Die SPD-Fraktion im Bundestag prüft, ob sie dagegen vor Gericht gehen könne. „Gigaliner gehören nicht auf unsere Straßen“, sagte der bayerische SPD-Chef Florian Pronold.

Unter den sieben Bundesländern ist indes auch das SPD-regierte Hamburg. Sachsen-Anhalt toleriert laut Bundesverkehrsministerium die Durchfahrt. Ob das grün-rot regierte Baden-Württemberg der Durchfahrt auf einzelnen Teilstücken etwa der Autobahn 7 förmlich zugestimmt hat, lässt die Kabinettsvorlage offen: „Im Wege vereinzelter Lückenschlüsse sind allerdings in den Ländern Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt für ein zusammenhängendes Streckennetz notwendige Bundesautobahnteile in die Streckenliste aufgenommen worden, die für ein Befahren mit Lang-Lkw geeignet sind.“

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) begrüßte den Kabinettsbeschluss und sprach von „Öko-Lastern“. Ramsauer erklärte, es gehe ihm darum, „den Verkehr klug zu organisieren und nicht zu verhindern“.

dw/dapd

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