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Ein Steinpilz und eine Marone einträchtig im Wald: heuer sind die Aussichten für Schwammerl-Sucher eher schlecht.

Bayerns Wälder

Lange Trockenheit: Schlechte Aussichten für Schwammerl-Sucher

München - Mit den Schwammerln schaut es heuer – noch – schlecht aus. In den ausgetrockneten Wäldern Bayerns können sie kaum wachsen. Da hilft nur eines: viel Regen.

In Gummistiefeln, das Körbchen in der einen Hand, das Pilzmesser in der anderen, stapft der Schwammerlsucher durch den Wald. Er genießt die Ruhe, atmet den feuchten, moosigen Geruch ein und schlägt voller Vorfreude den Weg zu seinem geheimen Steinpilzplatz ein. Was für ein schönes Gefühl, wenn das Körbchen gefüllt ist! Doch darauf warten Pilzfreunde heuer noch.

„Für Pilze und Pilzsucher ist die Wetterlage eine Katastrophe“, sagt Helmut Grünert, Vorsitzender des Vereins für Pilzkunde München. Am Samstag war der Gilchinger (Kreis Starnberg) auf einer Exkursion im Voralpenland. Nach sechs Stunden hatten die Teilnehmer gerade einmal 15 verschiedene Pilzarten gefunden – darunter keinen einzigen Speisepilz. Grund dafür ist laut Grünert die Trockenheit, verursacht durch Hitze und fehlenden Regen. „Der Boden im Raum München ist nur etwa zwei bis drei Zentimeter tief durchfeuchtet“, sagt der Experte. „Damit Pilze, die zu 99 Prozent aus Feuchtigkeit bestehen, wachsen können, sind 30 bis 40 Zentimeter nötig.“

Zur Pilzberatung, die der Verein während der Saison montags im Münchner Rathaus und in Pasing anbietet, hat heuer noch niemand sein volles Körbchen gebracht. Wer vorbeikommt, möchte wissen, ob es heuer überhaupt schon Pilze gibt, sagt Grünert.

Der Experte wünscht sich, dass es einige Tage lang regnet, damit der Boden die Feuchtigkeit richtig aufnehmen kann. Dass Pilze dann sprichwörtlich aus dem Boden schießen, sei aber nur eine Redensart. Man müsse ihnen zwei bis drei Wochen Zeit geben, um zu wachsen.

Allzu lange darf sich die Natur mit der Wasserversorgung aber nicht mehr Zeit lassen, sonst ist die große Frischpilzausstellung gefährdet, die der Verein jedes Jahr im September zusammen mit dem Botanischen Garten organisiert. Rund 400 Pilzarten sollen auch heuer wieder zu sehen sein.

Vor zwei Jahren herrschte auch eine lange Trockenperiode und erst Ende August, Anfang September ging es mit der Schwammerlsaison richtig los, sagt Grünert. Spekulieren, wie es heuer sein wird, will er nicht. Jetzt hilft nur noch hoffen – und vielleicht beten. „Man sollte dem Heiligen Petrus in Andechs ein paar Kerzen stiften.“

Zuversichtlich zeigt sich Schwammerl-Experte Hans Ketelhut aus Geretsried (Kreis Bad-Tölz-Wolfratshausen), was den Süden Oberbayerns betrifft: „Es wird schon noch werden. Die Saison startet vielleicht 14 Tage später als sonst.“ Momentan sei der Boden im Tal noch zu trocken, die Regenfälle der vergangenen Woche hätten längst nicht ausgereicht, um Pilze wachsen zu lassen. Besser sieht es in höheren Lagen aus, ab 600 bis 700 Metern geht es langsam los mit den Steinpilzen, sagt er. In Richtung Sylvenstein könnten Schwammerlsucher schon fündig werden. Oder sie machen einen Ausflug zu den Nachbarn ins österreichische Tirol. Im Zillertal sind die Verhältnisse bei den Steinpilzen und Pfifferlingen laut Experten inzwischen „gut bis sehr gut“.  

Teresa Pancritius

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