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Gemeinsam futtern am Tisch: Kinderkrippenplätze sind heißbegehrt.

Lange Wartelisten für Krippenplätze

München - Wohin mit meinem Kind? Diese Frage werden sich ab Herbst viele berufstätige Mütter stellen. Denn freie Krippenplätze sind Mangelware, die Wartelisten sind lang.

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Besonders eklatant ist die Betreuungssituation in Erding. Ende Mai wurden die 95 Krippenplätze im Stadtgebiet vergeben. Jetzt wurde bekannt: 100 Familien mussten abgewiesen werden. Auch in anderen Städten und Gemeinden sieht es nicht besser aus. In der Kreisstadt Freising sind noch 80 Kinder ohne Krippenplatz. „Die Warteliste hat sich in den letzten Jahren stark verlängert“, sagt Rupert Widmann von der Verwaltung.

In Dachau fehlen 60 Plätze, in Geretsried (Bad Tölz-Wolfratshausen) sind es 28. Noch drei Gruppen mehr aufmachen könnte die Stadt Rosenheim, wenn sie die Möglichkeiten dazu hätte. 36 Familien müssen dort noch auf einen Platz in der städtischen Kinderkrippe warten. In der Kreisstadt Miesbach will man nach einer Bedarfserhebung 36 Vollzeit-Krippenplätze schaffen. Allerdings schätzt der Stellvertretende Kämmerer Josef Schäffler, dass die Krippe frühestens im Kindergartenjahr 2010/11 geöffnet sein wird.

Das Problem an den Wartelisten: Die Zahlen sind nicht repräsentativ, da sind sich die Kommunen einig. Oftmals gebe es Doppelanmeldungen oder der Bedarf ist nicht mehr gegeben, weil die Familie bereits eigenständig eine Alternative, wie einen Platz bei einer Tagesmutter, gefunden hat. Trotzdem müssen die Kommunen der steigenden Nachfrage Rechnung tragen.

Bis zum 1. August 2013 sind sie vom Gesetzgeber dazu verpflichtet, zumindest so viele Plätze zu schaffen, dass ein Drittel eines Jahrgangs untergebracht werden kann. Das würde für den Landkreis Starnberg bedeuten, dass die 350 bereits vorhandenen Krippenplätze in vier Jahren mehr als verdoppelt werden müssen, wie der Leiter des Amtes für Jugend und Sport, Bernhard Frühauf, berichtet. Er ist optimistisch, dass diese Zielvorgabe erreicht werden kann. „Ich gehe davon aus, dass im nächsten Jahr bereits 450 bis 500 Plätze zur Verfügung stehen.“

Macht man die Rechnung für ganz Bayern auf, müssen bis ins Jahr 2013 im Freistaat 40 000 neue Plätze geschaffen werden. Dann soll die Besuchsqoute von Kinderkrippen 31 Prozent betragen, momentan liegt die Quote in Bayern bei 17 Prozent. Auf die Städte und Gemeinden kommt die nächsten Jahre deshalb viel Arbeit zu. Der Freistaat hat sich ein hehres Ziel gesetzt. Nicht erst in vier, sondern bereits in drei Jahren sollen laut Familienministerin Christine Haderthauer die fehlenden Plätze zur Verfügung stehen.

Der Bund und der Freistaat stellen dazu Fördergelder bereit. Je nach Finanzkraft der einzelnen Kommune könnte eine neue Krippe mit 60 bis zu 80 Prozent staatlich gefördert werden. Dazu kommt noch eine Ausstattungspauschale, so dass eine maximale Förderungsquote von 90 Prozent erreicht werden könnte, rechnet Gerhard Dix vom Bayerischen Gemeindetag vor.

Viele Kommunen bemühen sich bereits, den Ausbau voranzutreiben – aus gutem Grund: „Angesichts der demographischen Entwicklung ist es wichtig, junge Familien vor Ort zu halten und neue dazuzugewinnen“, sagt Dix. Eine Umfrage, die das Apothekermagazin „Baby und Familie“ in Auftrag gegeben hat, hat ergeben, dass sich 90 Prozent von 2000 Befragten einen Krippenplatz für jedes Kind wünscht.

mei/ham/aa

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