+
Ein freier Mann: Gustl Mollath verlässt nach seinem Freispruch das Landgericht Regensburg.

57-Jähriger muss nicht in Psychiatrie

Freispruch: Darum ist Mollath unzufrieden

  • schließen

Regensburg - Der ehemalige Psychiatrie-Patient Gustl Mollath ist am Donnerstag freigesprochen worden. Das Landgericht Regensburg hält ihn dennoch für schuldig.

Urteil im Wiederaufnahmeprozess: Das Gericht hat Gustl Mollath freigesprochen - allerdings aus formalen Gründen. Die Richter sind überzeugt, dass Mollath seine Ex-Frau schwer misshandelt hat. In die Psychiatrie muss Mollath jedoch nicht und wird sogar entschädigt.

Zufrieden ist Mollath trotzdem nicht: Er sei sogar "enttäuscht" vom Urteil, obwohl es "vielleicht ein bissele besser ist als das ursprüngliche". Jetzt will er Revision prüfen. Gerhard Strate, sein Verteidiger, sieht aber keine Chance, gegen das Urteil vorzugehen: "Für mich ist hier Feierabend."

Nach 15 Verhandlungstagen waren die Richter um die Vorsitzende Elke Escher überzeugt, dass Gustl Mollath seine damalige Ehefrau im August 2001 geschlagen, getreten, gebissen und gewürgt hat. Der Angeklagte habe selbst ausgesagt, dass er sich "nur gewehrt" habe, damit sei eine körperliche Auseinandersetzung unstrittig. Zeugen hätten glaubhaft geschildert, mit welchen Verletzungen die Ex-Frau von Mollath damals kurz nach der Tat zum Arzt gekommen sei.

Da es sich bei dem Prozess allerdings um ein Wiederaufnahmeverfahren handelt, bei dem ein Angeklagter nicht schlechter gestellt werden darf, als im Originalprozess, musste Mollath ohnehin freigesprochen werden. Das Gericht entschied zudem, dass man nicht ausschließen könne, dass Mollath bei der damaligen Tat psychisch krank und damit schuldunfähig gewesen sei. Daher müsse er nach dem Grundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten" freigesprochen werden.

Zum jetzigen Zeitpunkt sei Mollath jedoch nicht gefährlich, deshalb muss er nicht in die Psychiatrie. Außerdem muss Mollath vom Staat für die siebeneinhalb Jahre in der Psychiatrie entschädigt werden. Im Raum stehen etwa 50.000 Euro. Auch die Kosten für die zahlreichen Prozesse trägt der Staat.

Die weiteren Vorwürfe der Anklage, dass Mollath seine Frau eingesperrt und Reifen zerstochen habe, sieht das Gericht als nicht bewiesen an und sprach den Angeklagten auch in diesen Punkten frei.

Philipp Vetter

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Motorradfahrer stößt mit Lastwagen zusammen und stirbt
Zell am Main - Ein Motorradfahrer ist in Unterfranken frontal mit einem Laster zusammengeprallt und gestorben. Der Biker wollte gerade Überholen, als es zu dem schlimmen …
Motorradfahrer stößt mit Lastwagen zusammen und stirbt
Mann findet große Geldsumme und reagiert sehr edelmütig
Biessenhofen - Von wegen, das Geld legt nicht auf der Straße: Ein 57-Jähriger hat bei einem Bahnübergang im schwäbischen Biessenhofen einen satten Geldbetrag gefunden. …
Mann findet große Geldsumme und reagiert sehr edelmütig
Sattelzug kippt um und verursacht hohen Schaden
Auf der A7 verursachte ein Sattelzug einen Unfall mit hohem Sachschaden. Dem Fahrer wurde nicht grundlos der Führerschein entzogen.
Sattelzug kippt um und verursacht hohen Schaden
Drogenkurier mit fünf Kilogramm Amphetamin erwischt
Eine Verkehrskontrolle beim Autobahnkreuz Nürnberg wurde einem ungarischen Drogenkurier zum Verhängnis. Seine Ware wird er wohl nicht mehr transportieren können.
Drogenkurier mit fünf Kilogramm Amphetamin erwischt

Kommentare