Laserattacke auf Piloten: Bußgeld

Zwei Piloten am Flughafen Nürnberg wurden im Februar von einem Laserstrahl getroffen. Warum das Gericht nun das Verfahren gegen die Verdächtigen einstellte:

Nürnberg - Eine nächtliche Laserattacke auf zwei Piloten im Nürnberger Luftraum wird nun doch nicht gerichtlich aufgearbeitet. Gegen Zahlung eines Bußgeldes von 2500 Euro hat das Amtsgericht Nürnberg jetzt einen Strafprozess gegen eine 35 Jahre alte Nürnbergerin eingestellt, teilte Gerichtssprecher Thomas Koch am Dienstag auf Anfrage mit. Ein für Dienstag anberaumter Prozesstermin wurde abgesagt. Die Angeklagte und die Staatsanwaltschaft hätten der Verfahrenseinstellung zugestimmt.

Alkohol im Spiel

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Das Gericht hatte damit nach Einschätzung von Prozessbeobachtern auch auf die schwierige Beweislage reagiert. Zum Auftakt des Prozesses Ende Oktober hatte sich herausgestellt, dass neben der Angeklagten noch zwei Bekannte der Frau als Täter infrage kommen. Auch sie hätten im Februar - nach reichlich Alkoholkonsum - bei einem Treffen in der Wohnung der 35-Jährigen mit einem Laserpointer “herumgespielt“. Wer von ihnen den Laserstrahl dabei auf das Cockpit einer startenden und einer landenden Maschine richtete, hatte sich dabei nicht klären lassen.

Die beiden Piloten hatten beim Prozessauftakt berichtet, von einem gezielt auf ihre Cockpits gerichteten grünen Laserstrahl getroffen worden zu sein. Auch die Besatzung eines Streifenwagens, die den Laserstrahl bei ihrer Streifenfahrt durch die Nürnberger Nordstadt bemerkt hatte, sprach von einem zielgerichteten Strahl, der sekundenlang einem der Flugzeuge gefolgt sei. Erst dadurch hätten sie die Quelle des Strahls ausmachen und damit die Frau ermitteln können, berichteten die Polizisten vor Gericht.

Schuldfrage nicht abschließend geklärt

Wie Justizsprecher Koch erläuterte, sind Verfahrenseinstellungen möglich, wenn eine Tat als so gering einzustufen ist, “dass als Ahndung eine Geldbuße ausreicht“. Es werde damit aber nicht abschließend geklärt, ob ein Angeklagter schuldig ist; daher stelle die Einstellung auch keinen Freispruch dar. Für Angeklagte habe eine solche Verfahrenseinstellung allerdings den Vorteil, dass auf einen Eintrag ins Strafregister verzichtet werde. Zu dem Prozess war es gekommen, nachdem die 35-Jährige einen Strafbefehl über mehr als 3000 Euro abgelehnt hatte.

dpa

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