Pkw kracht in Unfallstelle

Sohn sieht Unfalltod des Vaters

Neumarkt/Oberpfalz - Beim Versuch, einem verunglückten Autofahrer zur Hilfe zu kommen, ist ein Lastwagenfahrer auf der Autobahn 3 bei Neumarkt in der Oberpfalz getötet worden.

Er liebte seinen Papa heiß und innig. Darum wollte er unbedingt in dessen Lastwagen mit auf große Tour gehen. Am Montag erfüllte sich der Wunsch des Siebenjährigen. Er durfte mit seinem Vater mitfahren. Es wurde jedoch eine Fahrt, die tragisch endete.

Am Montagabend geriet auf der A 3 ein 20-Jähriger, der in seinem BMW in Richtung Nürnberg unterwegs war, gegen 19.25 Uhr kurz vor der Ausfahrt Pilsach ins Schleudern und prallte gegen die Mittelleitplanke. Vermutlich war er bei Regen zu schnell gewesen. Beide Insassen des Pkw wurden leicht verletzt. Der 35-jährige Lkw-Fahrer, der mit seinem Sohn unterwegs war, fuhr am Unfallauto vorbei, zog auf die linke Spur und hielt mit seinem Sattelzug rund 30 Meter vor dem BMW an.

Der Lkw-Fahrer aus Forchheim stieg aus und eilte zu dem Unfallwagen, um zu helfen. Vermutlich qualmte es aus dem BMW, denn er hatte einen Feuerlöscher dabei. Dann passierte folgendes:

Während der leicht verletzte Pkw-Fahrer ein Warndreieck aufstellt, geht der hilfsbereite Lkw-Fahrer um den beschädigten Wagen herum. „Vermutlich wollte er etwas aufheben“, vermutet Manfred Forster von der Autobahnpolizei Parsberg gegenüber dem Münchner Merkur. Dabei passiert es: Ein 29-Jähriger kommt in einem Opel Astra angerauscht. Er übersieht den Unfall, kracht in den BMW und erfasst den Helfer. Der 35-Jährige wird 80 Meter weit durch die Luft geschleudert. Er ist sofort tot.

Erst während der Unfallaufnahme entdecken Polizisten den Bub, der auf dem Beifahrersitz in der Lkw-Kabine sitzt. „Wir haben ihn zunächst gar nicht bemerkt“, sagt Manfred Forster. Der Bub ist ruhig, gibt keinen Ton von sich. Eine Frau der Freiwilligen Feuerwehr kümmert sich um den Siebenjährigen, sie ist Kindergärtnerin. Vermutlich habe er den Unfall mitbekommen, sagt der Autobahnpolizist. Der Bub habe nur ausnahmsweise mit seinem Vater mitfahren dürfen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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