Berchtesgadenerin (50) im Glocknergebiet verschüttet

Bayerin überlebt 90 Minuten unter Lawine

Fusch an der Glocknerstraße - Eine deutsche Skitourengeherin hat bei einem Lawinenunglück in Österreich 90 Minuten unter dem Schnee überlebt. So lange überleben statistisch gesehen nur sieben Prozent.

Ihre Stimme hatte noch Kraft und sie ahnte, dass Rettung kam: „Hilfe!“, schrie eine 50-jährige Frau aus dem Berchtesgadener Land. Und noch mal „Hilfe!“ 90 Minuten lang hatte sie auf diesen Moment gewartet, eineinhalb Stunden wie zubetoniert im Kegel einer Lawine.

Im Großglocknergebiet oberhalb von Fusch war am Dienstagnachmittag ein Gruppe von fünf Tourengehern unterwegs. Die Schneesportler aus Österreich und Bayern wollten zum Klemerbrettkopf hoch. Dann, um 13 Uhr, löste sich im sogenannten Mitterkar auf 1700 Meter Höhe die Lawine. Zwei Tourengeher wurden von ihr verschluckt. Sofort wurde aber die Bergrettung alarmiert, von einem der Mitgerissenen (70). Der Straßwalchner war nicht komplett verschüttet, doch die weißen Massen drückten ihn gegen einen Baum.

Vier Hubschrauber trafen ein, sie brachten Helfer und Suchhunde. Unter den Vierbeinern die Lawinenhündin Eyka. Sie nahm die Spur der Frau auf und lotste die Retter in die richtige Richtung. Diese hörten dann auch die verzweifelten Schreie der 50-Jährigen und gruben sie aus. Die Tourengeherin war zwar komplett begraben gewesen, hatte aber das Unglück in einem Hohlraum überlebt. Sie erlitt Unterkühlungen, ansonsten blieb sie unverletzt.

Dagegen verschlimmerte sich der Zustand ihres Kameraden im Laufe der Rettung. So schlimm, dass Helfer ihn reanimieren mussten. Im Salzburger Unfallkrankenhaus wurde er ins künstliche Koma versetzt. Ausgelöst hatten die Lawine übrigens die Vorausgehenden.

tz

Rubriklistenbild: © AFP

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