Wort des Jahres 2018 steht fest und stiftet große Verwirrung - Was ist das eigentlich?

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Auf dem Brauneck sind für Spaziergänger und Skifahrer noch beste Bedingungen. Und vor allem: Es ist wenig los.

Risiko zum Saisonende

Lawinengefahr: Was passiert, wenn jetzt die Sonne kommt?

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Der Frühling ist da, das Thermometer steigt – und damit auch die Gefahr vor Lawinen in den Bergen. Nun hat der Lawinenwarndienst Alarm geschlagen.

München – Die Gefahr kommt von oben. Weiß-blauer Himmel und Sonnenschein über Bayern lassen das Thermometer nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in den nächsten Tagen auf bis zu 22 Grad Celsius steigen. Was die Allgemeinheit freut, treibt Bergwachtlern und Katastrophenschutzbehörden Sorgenfalten auf die Stirn. Der Frühling ist da – und mit ihm die Gefahr, dass in den Bergen Lawinen die Hänge hinunterrutschen.

Der Lawinenwarndienst Bayern hat gestern Alarm geschlagen und vor einer „erheblichen Lawinengefahr“ im gesamten bayerischen Alpenraum gewarnt. Aufgrund der milden Temperaturen und der Sonneneinstrahlung könnten viele nasse Lockerschnee- und Schneebrettlawinen ohne Fremdeinwirkung abrutschen, heißt es im Lagebericht des Warndienstes. Besonders gefährlich sei die Situation oberhalb von 1800 Metern im kammnahen Steilgelände sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden. Dort könnte bereits ein einzelner Skifahrer eine gefährlich groß Lawine auslösen. Der Lawinenwarndienst erwartet, dass es in den kommenden Tagen noch deutlich wärmer als am Montag wird. Auf 2000 Meter steigt das Thermometer auf fünf Grad an. Die Gefahr bleibe bestehen.

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Die Nachricht kommt zu einer Zeit, da in Bayern die zweite Woche der Osterferien begonnen hat. Viele Menschen haben frei und gehen auf die Piste. Die meisten bayerischen Skigebiete sind bis zum kommenden Sonntag, 8. April, geöffnet. In den Bergen liegen auf 1500 Meter im Schnitt immer noch anderthalb Meter Schnee. Auf der Zugspitze (2962 Meter) sind es fast viereinhalb Meter, auf dem Wendelstein 2,60 Meter. In der Nacht auf Montag schneite es stellenweise. In den beliebten oberbayerischen Skigebieten am Spitzingsee liegt 1,30 Meter Schnee, am Brauneck 2,20 Meter. Bei Sonnenschein und milden Temperaturen sind das Traumbedingungen für jeden Wintersportler. Zwar erwarten die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst für Mitte der Woche in Bayern einen Wetterwechsel – eine Kaltfront durchquert am Mittwoch den Freistaat von West nach Ost, es kühlt erheblich ab. Doch der Trend zeigt nach oben.

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Viele wollen das gute Wetter zum Abschluss der Skisaison noch einmal nutzen. „Es ist richtig viel los. Die Pisten könnten in keinem besseren Zustand sein“, sagt Hubert Walther, Pächter der Tölzer Hütte, die auf dem Brauneck liegt. Ähnlich sieht es auf der Zugspitze aus. „Wir haben hervorragende Verhältnisse“, sagt Verena Lothes von der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG. Diese betreibt auch das Skigebiet „Garmisch Classic“, wo sich die berühmte Kandahar-Abfahrt befindet. Die Ferien seien natürlich die Zeit, in der die meisten Ski- und Snowboardfahrer kämen.

Täglich gibt‘s eine Lawinenkommission

Lothes gibt Entwarnung, was die Lawinen betrifft. „Wir überwachen die Situation ständig“, sagt sie. Etwa treffe sich jeden Morgen, bevor die ersten Wintersportler über die Pisten brettern, eine Lawinenkommission. In dem Beratungsgremium sitzen ortskundige und erfahrene Bergleute. Sie beurteilen die Wetter- und Schneesituation und weisen gegebenenfalls Sicherungsmaßnahmen an, wie zum Beispiel Pisten zu sperren oder Lawinen künstlich auszulösen. Auch im „Skiparadies Sudelfeld“ kann man laut dem Betreiber ohne Angst skifahren. „Wir haben keine Lawinengefahr, weil alle unsere Pisten gesichert sind“, sagt Pressesprecherin Katharina Waller. Doch abseits der ausgewiesenen Strecken übernehme man freilich keine Garantie für die Sicherheit.

Thomas Doreth ist Bereitschaftsleiter der Bergwacht in Rottach-Egern. Er sagt: „Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.“ Durch die starke Erwärmung würden die Schneedecken relativ instabil. Man müsse damit rechnen, dass sich Lawinen selbst auslösen. Diese müssten nicht einmal besonders groß sein, um lebensgefährlich zu werden. Bezüglich Masse und Gewicht reiche schon ein Schubkarren voller Schnee. Aber mit gesunden Menschenverstand sollte in der Regel nichts passieren. Doreth rät dazu, frühzeitig aufzubrechen, damit man frühzeitig zurückkehren kann. „Das ist die goldene Regel.“ Schließlich werde es im Tagesverlauf immer wärmer.

Mitunter vermisst man allerdings den gesunden Menschenverstand. Am Ostersonntag mussten 22 Bergwachtler in Bad Reichenhall zu einem Großeinsatz ausrücken. Sie mussten eine 35-jährige Münchnerin und einen 41-jährigen Australier vom Hochstaufen retten. Dei beiden Wanderer wollten sich trotz Regens, Sturmböen und Neuschnees über den lawinengefährlichen Goldtropfsteig zum Reichenhaller Haus durchschlagen. Sie trugen nur leichte Bergschuhe und Baumwollhosen. Wegen der Schneemassen verloren sie die Orientierung und setzen einen Notruf ab.

Auch wenn es in den kommenden Tage deutlich wärmer wird, bleiben wohl die meisten Skigebiete bis zum Saisonende am kommenden Sonntag geöffnet. Der Temperaturanstieg sei kein Problem, sagt Katharina Waller vom „Skiparadies Sudelfeld“. „Wir haben eine gute Schneegrundlage.“

Thomas Radlmaier

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