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Immer öfter entdeckt die Bundespolizei versteckte Flüchtlinge.

Bundespolizei verstärkt Kontrollen

Lebensgefährliche Einreise: Wieder mehr Migranten auf Güterzügen

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Die Bundespolizei greift wieder mehr Flüchtlinge auf, die versteckt auf Güterzügen nach Deutschland kommen. Es gibt verstärkt Schwerpunktkontrollen. Doch das verärgert einige Anwohner. 

Rosenheim/Raubling – Es ist eine der gefährlichsten Arten, um aus Italien oder Österreich unentdeckt nach Bayern zu gelangen: Seit zwei Monaten greift die Bundespolizei wieder verstärkt Flüchtlinge auf, die sich auf Güterzügen versteckt hatten.

Allein am Wochenende waren es in Raubling (Landkreis Rosenheim) 22 Migranten. Sie hatten sich auf einem Güterzug versteckt, der aus dem italienischen Verona ins dänische Padborg unterwegs war. Die Bundespolizei hatte einen Hubschrauber mit Wärmebildkamera eingesetzt und so festgestellt, dass Menschen auf dem Zug waren. Es handelte sich um 22 Afrikaner, die sich zwischen den Rädern der transportierten Lkw versteckt hatten. Die Männer im Alter zwischen 14 und 29 Jahren stammten hauptsächlich aus Somalia, Guinea und Marokko. Sieben von ihnen mussten Deutschland bereits wieder verlassen, weil kein Asylgrund besteht. Die 14 unbegleiteten Minderjährigen wurden dem Jugendamt anvertraut.

Mit Polizeihubschraubern und Wärmebildkameras

Die Migranten verstecken sich liegend unter den Lkw-Aufliegern. So harren sie stundenlang aus. 

Die Zahl der Migranten auf Güterzügen ist in den vergangenen Wochen bayernweit deutlich angestiegen. Allein im Juli gab es 135 Aufgriffe. Im ersten Halbjahr lag der Schnitt bei 20 bis 40 Aufgriffen pro Monat. Auch die Bundespolizei in Rosenheim, die den südlichen Grenzbereich kontrolliert, hat einen deutlichen Anstieg festgestellt. „Im Juli haben wir 80 Flüchtlinge auf Zügen entdeckt“, berichtet Sprecher Rainer Scharf. „Von Januar bis Juni waren es insgesamt 90.“

Die Bundespolizei reagiert auf diese Entwicklung mit verstärkten Schwerpunktkontrollen. „In Raubling setzen wir dafür auch regelmäßig Polizeihubschrauber ein“, sagt Scharf. Sie sind mit Wärmebildkameras ausgestattet und erleichtern den Beamten die Suche nach Flüchtlingen erheblich. „Außerdem ist es für uns wichtig, einen Überblick von oben zu behalten“, erklärt Scharf. Denn viele Flüchtlinge rennen bei den Kontrollen über die Gleise davon – und bringen sich damit direkt in die nächste lebensgefährliche Situation.

Die Anwohner in Raubling reagieren verärgert auf die häufigen Polizeihubschrauber-Einsätze. Sie haben sich mit einem Brief über den Lärm beschwert. Rainer Scharf hat Verständnis für den Ärger, betont aber: „Wir versuchen die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten – aber es geht bei dieser Maßnahme schließlich darum, Menschenleben zu retten.“

Lesen Sie auch: SPD-Kanzlerkandidat Schulz nimmt sich zwei Monate vor der Bundestagswahl der Flüchtlingspolitik an. Die CSU nennt den Schritt unglaubwürdig. Die Partei bekräftigte zugleich die Forderung nach einer Obergrenze für die Geflüchteten.

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