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Die Angeklagte.

Lebenslange Haft in Prozess um zersägte Leiche

Augsburg - Im Prozess um die zersägte Leiche eines Polizisten ist die angeklagte Ehefrau des Opfers wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

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Das Landgericht Augsburg sah es am Dienstag als erwiesen an, dass die 34-jährige zweifache Mutter ihren schlafenden Mann im Januar vorsätzlich und heimtückisch erschlagen hat. Danach hatte sie der Leiche beide Beine abgesägt und den Torso und die Gliedmaßen in einer Plastiktüte aus der Wohnung geschafft. Die Verteidigung hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren wegen Totschlags gefordert. Die Angeklagte nahm das Urteil reglos entgegen.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Rothermel bezeichnete die Tat in seiner Urteilsbegründung als "unvorstellbar und annähernd nicht nachvollziehbar". Das Gericht habe kein klares und eindeutiges Motiv für die Tat erkennen können, Wut, Enttäuschung und Angst kämen infrage. Es habe Eheprobleme und Tätlichkeiten gegeben. Die Angeklagte habe sich kurzfristig zu dem Mord entschlossen. Sie selbst hatte die Tat gestanden, aber erklärt, sie habe ihren Mann nach einem Streit im Affekt erschlagen. Dabei will sie den auf sie zugehenden Mann mit einem zweieinhalb Kilogramm schweren Metallrohr auf den Kopf geschlagen haben. Danach sei der 46-Jährige auf die Couch gefallen. Dort habe sie weiter auf ihn eingeschlagen. Diese Darstellung hatten Gutachten widerlegt und den Schluss nahe gelegt, der Mann sei ohne jede Reaktion oder Gegenwehr getötet worden. Auch das Gericht bezeichnete die Darstellung der Angeeklagten als "unglaubwürdig". Die Staatsanwaltschaft hatte ihr "Kaltblütigkeit und besondere Brutalität" vorgeworfen.

Nach der Tat hatte die Beschuldigte die Wohnung von Blutspuren gereinigt und zunächst ihre kleine Tochter in den Kindergarten gebracht, während ihr Mann tot im Keller lag. Dann hatte sie dem Polizeihundeführer die Beine mit einer Säge abgetrennt und den Torso und die Beine in der Nähe des Wohnortes in einem Feld abgelegt. Bei der Polizei hatte sie den Mann als vermisst gemeldet und eine großangelegte Suchaktion ausgelöst. Schließlich hatten Spaziergänger die Leiche gefunden.

dpa

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