Wochenmarkt

Wie man Lebensmittel aus der Region erkennt

München - Regionalität liegt voll im Trend. Das zeigt das aktuelle Ökobarometer, eine vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Auftrag gegebene Studie.

92 Prozent aller Befragten bevorzugen Lebensmittel, die aus der Region stammen. Bei Frauen ist die Tendenz noch ausgeprägter. Mit steigendem Alter und Bildungsniveau sowie der Höhe des Haushaltsbudgets nimmt die Wertschätzung für regional erzeugte Lebensmittel zu. Städter bevorzugen das regionale Angebot stärker als die Landbevölkerung. Drei von vier der Befragten wären auch bereit, einen höheren Preis zu zahlen.

Die höhere Akzeptanz für regional erzeugte Lebensmittel ist beispielsweise in der Unterstützung von Familienbetrieben, der fairen Entlohnung, kürzeren Transportwegen, einer Schonung der Umwelt und einer möglichst artgerechten Tierhaltung begründet. 77 Prozent der Befragten setzen auf die Kombination „bio“ plus „regional“.

Den Wunsch nach mehr Regionalität machen sich Handel und Hersteller zunutze. Doch die Begriffe „regional“, „aus der Region“ oder „von hier“ sind nicht geschützt. Oft ist nicht mal erkennbar, auf welche Region sich die Auslobung bezieht. Aktuell bewirbt eine große Supermarkt–Kette u. a. Kaffee und ein Milchmix mit „heimischem Obst aus Europa“ als „regionale Empfehlung“. Weil sich 2012 auch das Bundeslandwirtschaftsministerium mehr Klarheit in Sachen Regionalität wünschte, werden ab Januar 2014 Produkte mit dem sogenannten Regionalfenster im Handel zu finden sein.

Festgelegt ist der Radius der Region: Er muss kleiner als Deutschland und durch die Angabe des Landkreises, des Bundeslandes oder Kilometerzahl erkenntlich sein. Neben der Herkunft der eingesetzten landwirtschaftlichen Zutaten ist der Ort der Verarbeitung angegeben. Monoprodukte wie Kartoffeln müssen zu 100 Prozent aus der Region kommen. Bei Brot stammt das Getreide aus der Region, weitere Zutaten können dagegen überregional bezogen werden. Einer der Haken: Der Anteil regionaler Zutaten am Gesamtprodukt muss derzeit lediglich 51 Prozent betragen. Ein anderer: die Tiere müssen nicht in der Region geboren sein, bei Schweinen genügt eine sogenannte Mindesteinstelldauer von drei Monaten. Das Tier könnte beispielsweise aus Dänemark kommen, drei Monate in Niederbayern leben und dann als „regional“ vermarktet werden.

Die Verbraucherzentralen bewerten das Regionalfenster als einen positiven Ansatz mit Nachbesserungsbedarf. Sie fordern ein einheitliches und verbindliches Regionalsiegel und eine verbindliche Definition für die Auslobung „regional“. Sowohl die Zutaten als auch die Verarbeitung sollen regional sein und die Region klar benannt werden. Für die Vermarktung von Tieren sollte gelten: geboren, aufgewachsen und geschlachtet in…

Mittlerweile sehr klar definiert ist dagegen das Bayerische Regionalsiegel. Das bekannte weiß-blaue GQ-Siegel wird durch einen regionsspezifischen Zusatz mit leicht erkennbarem Logo ergänzt. Das Regionalzeichen kombiniert die hohen Standards des Programms „Geprüfte Qualität – Bayern“ mit der Herkunft aus einem klar definierten Gebiet Bayerns. Bei zusammengesetzten Produkten müssen mindestens 70 Prozent aller Zutaten aus Bayern stammen. Weitere Informationen zum Bayerischen Regionalsiegel lassen sich im Internet nachlesen.

So können Sie echte regionale Lebensmittel erkennen:

-Das Bayerische Regionalsiegel: Geprüfte Qualität Bayern, möglichst mit Regionalsiegel.

-Monoprodukte wie Kartoffeln, die mit dem Regionalfenster gekennzeichnet werden.

-Eier mit dem Code mit x-DE-09xxxx. Die Nummer 09 ist das Zeichen für die bayerische Herkunft.

-Lebensmittel mit der g.U.-Kennzeichnung = geschützte Ursprungsbezeichnung. Hier stammen die Rohstoffe aus der Region und wurden in der Region verarbeitet.

-Lebensmittel, bei denen der Erzeuger – nicht der Verpacker! – mit Adresse oder Ort gekennzeichnet werden.

-Auf Bauernmärkten und in der Abo-Gemüse/Obstkiste finden sich meist regionale Angebote. Hier gibt die gezielte Nachfrage mehr Sicherheit.

-Ware von Wochenmärkte stammt nicht zwangsläufig aus der Region. Manche Händler kaufen im Großmarkt ein. Hier hilft gezieltes Nachfragen.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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