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Bitte melden: Lehrling im Industriebetrieb.

Leere Lehrstellen machen Bayerns Firmen Sorgen

München - Die Arbeitsagentur meldet 26 700 offene Ausbildungsplätze. Rund ein Viertel wird wohl unbesetzt bleiben.

Der Wirtschaft fehlen mehr Lehrlinge denn je. Allein für Bayern meldet die Bundesagentur für Arbeit aktuell 26 700 offene Stellen fürs Ausbildungsjahr 2012/ 13. Das Problem ist vorwiegend ein demographisches: Die Schulabgänger mit Interesse an einer Lehre werden eher weniger, die ausgeschriebenen Stellen sind konstant.

Den Unternehmen gingen die geeigneten Bewerber aus, klagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertags, Hans Heinrich Driftmann. Auch die Handwerkskammer für München und Oberbayern appelliert an potenzielle Lehrlinge, sich zu rühren und nicht nur auf eigene Faust zu suchen. „Wir können nur die unterbringen, die sich auch bei uns melden. Die Chancen waren nie so gut wie jetzt“, sagt Sprecher Rudolf Baier.

Generell schrumpfendes Interesse am Handwerk sieht er nicht. In Bayern haben demnach aktuell 900 Schulabgänger mehr einen Ausbildungsvertrag in der Hand als noch Ende Juli 2011. Auch die regionalen Zahlen der Kammer sind positiv. „In Oberbayern hatten wir Ende Juli 4541 neu abgeschlossene Verträge“, sagt Baier. „Das sind 301 Lehrlinge mehr als im Vorjahr.“ Dennoch rechnet er damit, dass erneut rund ein Viertel der angebotenen Lehrstellen leer bleibt. Das Ausbildungsjahr beginnt in Bayern am 1. September.

Sindy Heyn von der Bundesagentur für Arbeit (BA), Regionaldirektion Bayern, sieht die Lehrstellen-Problematik auch, aber nicht nur im demographischen Wandel. „Oft passen auch die Stelle und der suchende Auszubildende überhaupt nicht zusammen“, sagt sie. Beispiel Bäcker: 610 Stellen offen, 82 Interessenten. Nur noch wenige Schulabgänger haben das als Wunschberuf angegeben. Zudem, sagt Heyn, könne man niemanden zum Umziehen zwingen. In Bayern sind im Moment noch 17 259 Bewerber, die der BA gemeldet sind, ohne Stelle.

Baier weiß, dass offene Stellen auch immer wieder mit Jugendlichen aus dem Ausland besetzt werden. „Vor allem Japaner und Inder sind begeistert von unserem dualen Ausbildungssystem.“ Außerdem plant die Kammer ein Pilotprojekt, um junge arbeitslose Spanier anzulocken. Vorgespräche mit Wirtschaftsministerium, Konsulat und Sprachschulen liefen bereits, Zielgruppe sind allerdings vor allem Zuwanderer, die schon eine erste Ausbildung absolviert haben.  

cb/cd

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