Verwaltungsgerichtshof

Legasthenie-Hinweise im Abi-Zeugnis künftig verboten

München - Vermerke  über Legasthenie-Schwächen dürfen nicht  mehr im Abiturzeugnis stehen. Das hat der Verwaltungsgerichtshof nun entschieden.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat Vermerken in Abitur-Zeugnissen über Legasthenie-Schwächen einen Riegel vorgeschoben. Bemerkungen etwa über die Nichtbewertung von Rechtschreibleistungen, die auf eine Legasthenie eines Schülers hindeuten, müssten unterbleiben, befand der Verwaltungsgerichtshof in einer am Freitag veröffentlichten Entscheidung. Zur Begründung hieß es, für solche Vermerke fehle eine gesetzliche Grundlage.

Drei Abiturienten waren gegen einen Vermerk in ihrem Abiturzeugnis über ihre Rechtschreibschwäche vor Gericht gezogen. Das Gericht hat wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtssache die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zugelassen.

Die Kläger hatten ihr Abitur vor vier Jahren abgelegt, einer an einem Gymnasium in Garching bei München, seine beiden Mitstreiter an einer Privatschule in der Region. Ihre Reifezeugnisse enthielten jeweils den Eintrag einer „fachärztlich festgestellten Legasthenie“ und den Hinweis, dass ihre Rechtschreibleistung „nicht bewertet“ wurde.

Vor dem Verwaltungsgericht erstritt das Trio bereits einen Teilerfolg - der Staat wurde verpflichtet, den Abiturienten neue Zeugnisse ohne den Eintrag der Legasthenie auszustellen. Allerdings blieb der Hinweis über die nicht bewertete Rechtschreibleistung. Dies untersagte nun in zweiter Instanz der Verwaltungsgerichtshof.

dpa

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