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Ergebnis 2004: CSU 57,4 %, SPD 15,3 %, FDP 4,2 %, Die Grünen 11,7 %, Freie Wähler - Vorläufiges amtliches Endergebnis 2009: CSU 48,1 %, SPD 12,9 %, FDP 9,0%, Die Grünen 11,5 %, Freie Wähler 6,7 %

CSU 48,1 Prozent - Freie Wähler scheitern

München - Die CSU hat den Wiedereinzug in das EU-Parlament problemlos geschafft und sich von ihrem Fiasko bei der Landtagswahl 2008 erholt. Sehen Sie, wie in Ihrer Region gewählt wurde.

Die Ergebnisse aus

Dachau

Ebersberg

Erding

Freising

Garmisch-Partenkirchen

Bad Tölz

Wolfratshausen

Fürstenfeldbruck

Miesbach

München (Stadt)

München (Lkr. Süd)

München (Lkr. Nord)

Würmtal

Weilheim

Schongau

Starnberg

Die Christsozialen erreichten 48,1 Prozent. Die SPD rutschte hingegen auf 12,9 Prozent ab und fuhr damit das schlechteste Ergebnis in Bayern seit 1945 ein. Großer Wahlgewinner war die FDP, die ihr Ergebnis mit 9 Prozent mehr als verdoppelte. "Wir sind jetzt fest verankert", sagte FDP-Landeschefin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Das Ergebnis sei ein Schritt zu einer schwarz-gelben Regierungsbildung nach der Bundestagswahl. Die Grünen erreichten 11,5 Prozent und damit fast ihr Spitzenergebnis der Wahl 2004. Die Freien Wähler mit ihrer Spitzenkandidatin Gabriele Pauli scheiterten bei ihrer ersten Europa-Kandidatur an der bundesweiten 5-Prozent-Hürde und erhielten in Bayern 6,7 Prozent der Stimmen. Die CSU überwand diese Hürde bei der Wahl ohne Probleme. Im Vergleich zur Europawahl 2004 mit 57,4 Prozent erlitt sie zwar deutliche Verluste, erreichte aber ein klar besseres Ergebnis als beim Landtagswahlfiasko 2008, bei dem die CSU auf gut 43 Prozent abgestürzt war.

Die Bayerischen Abgeordneten in Europa

Die bayerischen Abgeordneten in Europa

Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer sah sich bestätigt. "Es war meine erste Bewährungsprobe und es war eine Bewährungsprobe für die neue CSU", sagte er in der ARD. Rückschläge erlitt die CSU aber in Oberbayern und in Franken, der Heimat des 2008 gestürzten Ex-Ministerpräsidenten Günther Beckstein.

Alle Infos zum deutschlandweiten Ergebnis

In Oberbayern fiel die CSU von 54,4 auf 46 Prozent. In Mittel- und Oberfranken wandten sich die Wähler scharenweise von der Partei ab. In Mittelfranken verlor die CSU 13,4 Prozentpunkte und lag mit nur noch 37,7 Prozent weit unter 50 Prozent. In Niederbayern konnten die Christsozialen mit 56,6 Prozent hingegen ihr bestes Ergebnis auf Bezirksebene erzielen, allerdings büßten sie im Vergleich zu 2004 noch 8,8 Prozentpunkte ein. Ähnlich groß waren die Verluste in der Oberpfalz, wo die CSU aber mit 52,9 Prozent die traditionelle Zielvorgabe "50 plus X" ebenfalls wieder erreichte.

Ergebnisse des Statistischen Landesamtes

Die SPD reagierte schockiert auf ihre erneuten Verluste. "Das ist ein schwerer Schlag in die Magengrube", sagte der scheidende SPD-Landesvorsitzende Ludwig Stiegler. Bei vielen Sozialdemokraten herrschte Fassungslosigkeit: "Mir fehlen die Worte und die Erklärung dazu", sagte Spitzenkandidat Wolfgang Kreissl-Dörfler zu dem SPD-Fiasko. "Mit allem habe ich gerechnet, nur mit einem neuerlichen Rückgang nicht."

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Stimmen zur Europawahl

Zitate zur Europawahl

Die Hochrechnungen: Union die stärkste Kraft - SPD schwach

Für die Freien Wähler wird ein Antreten bei der Bundestagswahl im Herbst zunehmend unwahrscheinlich. Der Landesvorsitzende Hubert Aiwanger sagte im Bayerischen Fernsehen, mit bundesweit 2 Prozent (bayernweit: 6,9 Prozent) sei das "sehr schwierig". Die zu den Freien Wählern übergetretene ehemalige Fürther CSU-Landrätin Pauli will aber mit einer eigenen Partei bei der Bundestagswahl antreten. Dies kündigte sie in einem Interview mit den "Nürnberger Nachrichten" (Montag) an. Nach den Pfingstferien will die Politikerin demnach die Leitgedanken des Parteiprogramms formulieren. Ihr Landtagsmandat bei den Freien Wählern will sie aber behalten.

Die Europawahl war für die CSU der erste Test unter Seehofers Führung, der kurz nach dem Landtagswahldebakel Erwin Huber als CSU-Chef und Beckstein als Ministerpräsident abgelöst hatte. Das Ergebnis fiel besser aus, als viele in der CSU zu hoffen gewagt hatten. "Ich bin selber überrascht", sagte CSU-Spitzenkandidat Markus Ferber im Bayerischen Fernsehen.

Der frühere CSU-Vorsitzende und bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sieht seine Partei wieder auf dem richtigen Weg. "Das annus horribilis (Schreckensjahr) 2008 für die CSU ist endgültig vorbei", sagte Stoiber nach Angaben eines Sprechers. Ein sichtlich erleichterter Seehofer sagte auf der CSU-Wahlparty in München: "Ich darf heute vermelden: Die Christlich-Soziale Union ist wieder da!"

Die Europawahl ist der wichtigste Stimmungstest für die Bundestagswahl Ende September. Neu im Europäischen Parlament sitzt für die CSU die einstige Kultusministerin und Strauß-Tochter Monika Hohlmeier. Auf Betreiben Seehofers war Hohlmeier als Kandidatin in Oberfranken platziert und auf den aussichtsreichen sechsten Listenplatz gesetzt worden.

Die SPD wird trotz ihrer Verluste in Bayern künftig voraussichtlich mit drei Abgeordneten auf EU-Ebene vertreten sein. Für die bayerischen Grünen zieht wahrscheinlich die frühere Generalsekretärin von amnesty international, Barbara Lochbihler, ins EU-Parlament ein. Bei der FDP kann die Münchner Stadträtin Nadja Hirsch mit einem Parlamentssitz rechnen.

Bislang kamen 11 EU-Abgeordnete aus Bayern, 9 von der CSU und 2 von der SPD. Bayernweit lag die Wahlbeteiligung mit 42,4 Prozent höher als vor 5 Jahren. Im Jahr 2004 waren im Freistaat lediglich 39,7 Prozent aller Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen.

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