+
Was nun? Der Lehrerverband BLLV lehnt Spaenles Mittelschul-Pläne ab.

Lehrerverband lehnt Spaenles Mittelschul-Pläne ab

München - Die Pläne von Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) zu einer flächendeckenden Weiterentwicklung der Hauptschulen zu Mittelschulen stößt beim Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) auf entschiedene Ablehnung.

Lesen Sie dazu:

SPD kritisiert Spaenles Hauptschul-Pläne

Reaktionen auf Mittelschule: "Durcheinander ist perfekt"

Hauptschule wird zur Mittelschule

Nach BLLV-Angaben vom Donnerstag hat der Landesvorstand des Verbandes einstimmig eine Resolution gegen Spaenles Vorhaben verabschiedet. Dieses wird als bloße "kosmetische Korrektur" kritisiert. Bisher habe keiner der zahlreichen Reformversuche eine überzeugende Antwort auf den dramatischen Schülerschwund an den bayerischen Hauptschulen gefunden, kritisiert der Lehrerverband. Vielmehr hätten die Übertritte in Realschulen und Gymnasien gerade in den vergangenen fünf Jahren drastisch zugenommen. "Der vorliegende Kabinettsbeschluss zur Mittelschule ist aus Sicht des BLLV ein problematischer Versuch, die Hauptschule attraktiver zu machen."

Nach Ansicht des Lehrerverbandes muss sich die Schulpolitik vielmehr davon verabschieden, dass die Schüler möglichst früh nach verschiedenen Schularten aussortiert werden. Die Gründung neuer Schularten seien die falsche Antwort auf die demografische Entwicklung. In spätestens zehn Jahren würden an allen Schularten die Schülerzahlen sinken. Die Aufsplitterung der Schüler werde nur noch extremer, heißt es in der Resolution.

Der BLLV ist überzeugt, "dass mit einer weiteren Differenzierung der Hauptschule die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts nicht bewältigt werden können". Statt dessen seien integrative Modelle und eine längere gemeinsame Schulzeit dringend erforderlich. "Mittelschulen und Schulverbünde können die Probleme des demografischen Wandels und des Schulsterbens nicht lösen", sagte BLLV-Präsident Klaus Wenzel der Mitteilung zufolge.

Vielmehr würden damit viele neue Probleme geschaffen. "Wir rechnen damit, dass jede größere Kommune eine Mittelschule haben will. Das wird dazu führen, dass hunderte kleine Schulstandorte keine Wettbewerbschance haben und von der Landkarte verschwinden." Die Folgen für die betroffenen Gemeinden seien ebenso wie für die Schüler katastrophal, die weite Wege in Kauf nehmen müssten und sich in großen und anonymen Schulen wiederfänden.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bilanz von 3,4 Milliarden: Noch sprudelt die Kirchensteuer für das Erzbistum
Die Finanzsituation der Erzdiözese München und Freising kann sich sehen lassen. Der Generalvikar erklärt: Die Kirche müsse teure Wandlungsprozesse finanzieren.
Bilanz von 3,4 Milliarden: Noch sprudelt die Kirchensteuer für das Erzbistum
Fall Ursula Herrmann: Tonbandgerät spielt erneut wichtige Rolle vor Gericht
Im Zivilprozess um den Entführungsfall Ursula Herrmann vor 37 Jahren wird sich das Landgericht Ausburg noch einmal mit dem zentralen Indiz beschäftigen.
Fall Ursula Herrmann: Tonbandgerät spielt erneut wichtige Rolle vor Gericht
Autofahrer fährt an Graben vorbei - darin macht er schreckliche Entdeckung
Es war gegen 12 Uhr als ein Autofahrer an einer Kreisstraße im Landkreis Kronach den Motorradfahrer in einem Graben entdeckte. Die Polizei rätselt über die Unfallursache.
Autofahrer fährt an Graben vorbei - darin macht er schreckliche Entdeckung
Flugtaxis sollen in Zukunft in Ingolstadt in die Luft gehen 
Der Raum Ingolstadt soll deutsche Modellregion für die Erprobung von Flugtaxis werden. Klingt verrückt, ist aber wahr.
Flugtaxis sollen in Zukunft in Ingolstadt in die Luft gehen 

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.