Lehrer wollen Lehrplan halbieren

München - "Lernplan statt Lehrplan" - unter diesem Motto macht der bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) für eine bessere Bildung an den Gymnasien im Freistaat mobil. Ziel: Der Lehrplan soll um 50 Prozent gekürzt werden.

"Lernplan statt Lehrplan" - so lautet die Formel des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV) für eine bessere Bildung an den Gymnasien im Freistaat. Der bisherige Lehrplan solle um 50 Prozent gekürzt werden, um den Schülern ein vertieftes Lernen zu ermöglichen, forderte BLLV-Präsident Klaus Wenzel am Dienstag in München. Der Bayerische Philologenverband (bpv) kritisierte die Pläne in einer Mitteilung am Dienstag scharf und warnte vor “zweifelhaften Reparaturversuchen“ im Zuge der G8-Einführung.

Das neue Konzept mit dem Titel "Lernplan Plus" soll nach dem Willen des BLLV künftig den Lehrplan der rund 400 bayerischen Gymnasien verändern. Lerninhalte sollen gekürzt, Fächer vernetzt und entwicklungspsychologische Aspekte verstärkt berücksichtigt werden. Es gelte, sich von der Fächervielfalt zu verabschieden und fächerübergreifend zu arbeiten, so Wenzel. Der Weg müsse vom “toten und trägen Fakten- und Vorratswissen“ hinführen zu einem “lebendigen Handlungswissen“.

Die Ankündigung des Kultusministers Ludwig Spänle (CSU), bereits bis zum neuen Schuljahr im September den Lehrplan zu straffen, hält Wenzel für zu kurzfristig. “Wir brauchen keine Revolution, sondern eine Evolution.

Auch Fritz Schäffer, BLLV-Abteilungsleiter für Schulpolitik, sagte, dass Schüler das kurzfristig angehäufte Wissen zu schnell wieder vergessen würden. Um die aktuelle Vielzahl an Themen im Unterricht tiefgreifend zu behandeln, reiche die Zeit nicht aus. Wenzel forderte zudem eine entspannte Arbeitsatmosphäre im Klassenzimmer, weniger Leistungsdruck und die Orientierung an den Interessen der Schüler. “Das bayerische Gymnasium muss wieder eine attraktive Bildungseinrichtung werden.“

Der Bayerische Philologenverband bezweifelt laut Mitteilung, dass das Gymnasium mit einem um die Hälfte reduzierten Lehrplan seinen Auftrag, junge Menschen studierfähig zu machen, noch erfüllen kann. “Das letzte, was wir uns erlauben dürfen, sind eine schlechtere Studienvorbereitung und steigende Abbrecherquoten unter Studenten“, betonte der Philologenverband.

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