Sturm Friederike wütet: Dach von Gymnasium droht abzuheben - Bäume blockieren S-Bahn-Netz

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Frisierte Pferde, herausgeputzte Reiter: Die Leonhardifahrten sind Tradition und Touristenattraktion. In Bad Tölz (Bild) werden morgen mehrere Zehntausend Zuschauer erwartet.

Leonhardifahrten: Ein Segen für Ross und Reiter

München - Der Heilige Leonhard gilt als der Schutzpatron der Pferde. Sein Fest wird traditionell am 6. November gefeiert. Die größten Wallfahrten ihm zu Ehren finden am Wochenende in Bad Tölz, Kreuth und Murnau statt.

Ausgerechnet auf einen Samstag fällt heuer der Gedenktag des Heiligen Leonhards. Nachsehen haben da die Schulkinder in Bad Tölz, Kreuth und Murnau. Denn üblicherweise beschert ihnen die Wallfahrt einen freien Tag. Darauf müssen sie dieses Mal verzichten. Dem Spaß beim Mitmachen oder Zuschauen wird dies aber wohl keinen Abbruch tun. Die Tradition ist längst zur Touristenattraktion geworden. Zehntausende von Besuchern werden erwartet, wenn frisierte Pferde und herausgeputzte Menschen mit Truhenwagen durch die Ortschaften fahren.

In Bad Tölz laufen die Vorbereitungen für den morgigen Samstag auf Hochtouren. Die Mitglieder der Schützenkompanie haben Granten und Daxen für die Wagen gebunden. Familie Mayer aus Ellbach fiebert der Leonhardifahrt entgegen. Ihre vier Haflinger Stuten ziehen einen Wagen. Bemerkenswert, denn nur selten kann ein Bauer allein ein ganzes Gespann bestücken. Auf seine zierlichen Pferde ist Anton Maier stolz: „Sie passen gut zum Wagen.“ Er wird eine filigrane Truhe fahren.

Die Tölzer Leonhardifahrt ist die bekannteste. Bei der 155. Auflage der Wallfahrt am morgigen Samstag werden 81 Vierer-Gespanne und mehrere hundert Pferde erwartet. Die Teilnehmer ziehen durch die Marktstraße auf den Kalvarienberg. Nach dem Gottesdienst und der Segnung - heuer kommt der Münchner Erzbischof Reinhard Marx - endet der Festzug in der Marktstraße. Im vergangenen Jahr säumten an die 25 000 Zuschauer die Straßen. Am Nachmittag, wenn die „Goaßlschnalzer“ ihr Können gezeigt haben, beginnt die Party. „Das war schon immer so - Leib und Seele gehören zusammen“, sagt der Tölzer Pfarrgemeinderatsvorsitzende Florian Holnburger.

Hochprozentiges gönnen sich manchmal auch diejenigen, die auf den Wagen sitzen. Denn es kann kalt werden an einem Tag im November, besonders in einem Gebirgsdorf wie Kreuth (Landkreis Miesbach). Dort findet ebenfalls morgen die Leonhardifahrt statt. Sie gilt als die älteste Bayerns.

In Murnau (Landkreis Garmisch-Partenkirchen) drehen morgen über 350 Pferde ihre Runden durch die Fußgängerzone. Hingucker sind die Prachthengste des Landgestüts Schwaiganger.

Auf Hochglanz gestriegelt stehen die Rösser auch bei den Leonhardifahrten in Hundham und Fischhausen (Landkreis Miesbach) und in Rimsting (Landkreis Rosenheim) im Mittelpunkt.

Am Sonntag fahren etwa 55 Pferdegespanne in Benediktbeuern (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) von der Dorfstraße in den Innenhof des Klosters, wo die Tiere gesegnet werden. Ebenfalls am 7. November findet in Lenggries (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) und Rottenbuch (Landkreis Weilheim-Schongau) die Wallfahrt statt.

Aglaja Adam

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