Letzte Ruhe soll auch im Staatsforst möglich sein

München - Bayerns Bürger sollen die letzte Ruhe auch im Staatswald finden können.

Die fünf Landtagsfraktionen plädierten am Mittwoch im Innenausschuss dafür, dass die Möglichkeit zur Einrichtung sogenannter Ruhewälder in den Staatsforsten geschaffen werden kann. Die konkreten Regelungen für Bestattungen im Wald sollen aber von den Staatsforsten selbst in Verhandlungen mit den jeweiligen Kommunen geklärt werden. Die Initiative dazu ging von der SPD aus - mit der Begründung, dass die “Begräbniskultur“ sich schnell ändere. “Immer mehr Menschen suchen den Einklang und die Harmonie mit der Natur - auch im Tod“, heißt es in dem Antrag der SPD-Abgeordneten Maria Noichl.

Die sogenannte Naturbestattung unter Bäumen ist in Deutschland nur möglich, wenn die Toten eingeäschert und in Urnen beigesetzt werden. Die Urnen sollen innerhalb von zehn Jahren “biologisch abgebaut“ werden. Die CSU hält eine staatliche Initiative eigentlich für überflüssig - weil es auch in Bayern bisher keine rechtlichen Hindernisse für Ruhewälder gibt. “Das regelt letztendlich Angebot und Nachfrage auf dem Markt“, sagte der CSU-Abgeordnete Jakob Schwimmer.

Wenn die Staatsforsten entsprechende “Liegegebühren“ kassieren könnten, würde das Unternehmen auch Ruhewälder anbieten. Strittig ist, wie groß eigentlich das Bedürfnis nach Bestattung im Wald ist. “In Schwaben wurde nichts angemeldet, und es gibt auch keinen Bedarf“, sagte die Allgäuer CSU-Abgeordnete Angelika Schorer. Nach Angaben der SPD gibt es in Bayern bisher einen einzigen Ruhewald auf dem Schwanberg in Kitzingen.

dpa

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