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Libanons Zentralbankchef im Visier deutscher Ermittler

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Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug. © Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermitteln deutsche Behörden gemeinsamen mit Kollegen aus Frankreich und Luxemburg gegen den libanesischen Zentralbankchef Riad Salamah. Die Angelegenheit betreffe den Zentralbankchef im Libanon und dessen Entourage, erklärte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I am Dienstag. Der europäischen Justizbehörde Eurojust zufolge wurden bereits am Freitag im Zuge der Untersuchungen fünf Immobilien in Deutschland und Frankreich sowie Bankkonten beschlagnahmt.

München/Beirut - Demnach handelt es sich um Vermögenswerte in Höhe von 120 Millionen Euro. Die Hauptermittlungen richteten sich gegen fünf Verdächtige. Ihnen werde vorgeworfen, im Libanon öffentliche Gelder in Höhe von mehr als 330 Millionen US-Dollar (rund 300 Millionen Euro) veruntreut zu haben. Die Namen der Beschuldigten nannte Eurojust nicht. Beschlagnahmt worden seien zwei Immobilien in München, eine in Hamburg sowie zwei in Paris. Auch Anteile an einer in Düsseldorf ansässigen Immobiliengesellschaft seien sichergestellt worden.

Salamah steht seit längerem im Libanon in der Kritik. Das Land leidet unter der schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise seiner Geschichte. Die libanesische Lira hat zum US-Dollar mehr als 90 Prozent ihres Werts verloren. Kritiker machen dafür Salamah verantwortlich. Sie sehen ihn als Erfinder einer Art Schneeballsystem, die das Land in eine hohe Verschuldung getrieben hat. Andere loben ihn dafür, dass er Libanons Finanzen über Jahrzehnte stabil gehalten habe.

Salamah steht seit rund 30 Jahren an der Spitze der libanesischen Zentralbank. Gegen ihn laufen auch in der Schweiz sowie im Libanon selbst Ermittlungen. Der Zentralbankchef hat die Vorwürfe mehrfach zurückgewiesen. Seine Unterstützer sehen hinter den Ermittlungen politische Motive. Im Libanon richten sich die Vorwürfe auch gegen Salamahs Bruder Radscha, der dort in Haft sitzt. Libanesischen Medien zufolge sollen über eine Firma Radscha Salamahs mehr als 300 Millionen Dollar (273 Millionen Euro) veruntreut worden sein. dpa

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