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Obdachloser in Lichtenfels beschäftigt die Behörden (Symbolbild).

Er hat sich häuslich eingerichtet

Obdachloser wohnt seit einem Jahr in einer Bushaltestelle - Fahrgäste warten im Regen

Seit einem Jahr lebt ein Obdachloser in einem Wartehäuschen. Ausziehen will er auf keinen Fall.

Lichtenfels - Drei Wände aus Glas und ein Dach. Das „Häuschen“, das ein Obdachloser in Lichtenfels seit nun einem Jahr bewohnt, ist nur möbliert mit einer Bank. Die Plastiktüten, Kleidung und die Decken hat er beim Einzug mitgebracht.

„Der Arme Mann“ vs. „Der muss weg“

Vielen Anwohnern aber auch Bürgern von außerhalb gefällt es gar nicht, dass der Thüringer sich dort „häuslich“ eingerichtet hat. Die Anwohner würden sich nicht einmal mehr trauen, sich bei Regen unter dem Bushaltestellen-Häuschen unterzustellen, so Elke Werner (SPD) vom Stadtrat. Der Mann würde auch seine Notdurft in den anliegenden Grünflächen zu verrichten. Andere stören sich gar nicht an dem Domizil und versorgen den Obdachlosen mit Getränken und Zigaretten. 

Lesen Sie hierzu auch: Helfer schlagen Alarm: Zahl der Obdachlosen in München erschreckend hoch

Video: 33 Jahre auf der Straße gelebt

Ein Dach über dem Kopf will er nicht

Der Pressesprecher der Stadt Lichtenfels, Sebastian Müller, erklärt uns auf Nachfrage: „Wir haben dem Landstreicher schon eine Unterkunft im Wohncontainer der Stadt Lichtenfels, unserem Obdachlosenheim, angeboten. Das wollte er aber nicht.“  Rechtlich verbietet eine Nutzungsverordnung der Stadt seit Anfang des Jahres das Kampieren an der Haltestelle. In den frostigen Wintermonaten wollte Lichtenstein den Wohnsitzlosen aber nicht vertreiben. „Er wird nicht weggescheucht, das wollen wir aber auch nicht. Wir können aber sagen, dass sein Hab und Gut weggebracht wird. Vermutlich in ein Lager am Bauhof. Dabei ist es aber nur möglich, den Tross des Mannes zu entfernen, nicht aber den Landstreicher selbst. Dort kann er dann seine Habseligkeiten direkt wieder holen.“ 

Das Rathaus meint, es sei schwierig zu vermeiden, dass der Obdachlose dort dauerhaft wohnt. Jeder Bürger habe das Recht, sich dort aufzuhalten, wo er wolle. „Er will einfach unter freiem Himmel wohnen“, so Müller weiter. 

lom

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