Liebespaar hingerichtet: Bauunternehmer vor Gericht

Schweinfurt - Er sah die Ehre der Familie in Gefahr und drückte eiskalt ab. Von Mittwoch an steht ein 30-Jähriger in Schweinfurt vor Gericht.

Der Bauunternehmer soll vor genau einem Jahr seinen 35 Jahre alten Onkel und dessen Schwägerin (30) mit Kopfschüssen niedergestreckt haben. Die Opfer waren ein Liebespaar. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass der Angeklagte die Affäre der beiden als Verletzung der Familienehre empfand und sie unter anderem deshalb getötet hat.

Keine Zeugen der Bluttat

Die Opfer und der mutmaßliche Täter stammen aus dem Irak. Etwa 95 Prozent der rund 28 Millionen Iraker sind Muslime. Für den Prozess sind bis zum November 14 Verhandlungstage angesetzt. Für die Bluttat vor der Schweinfurter Eissporthalle gibt es keine Zeugen. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe.

Ein US-Soldat hatte die blutüberströmten Leichen der geschiedenen Frau und ihres Schwagers in einem Auto auf dem Parkplatz der Eishalle entdeckt. Die 30-Jährige hatte zwei Kinder, sagte Oberstaatsanwalt Rainer Gündert am Dienstag. Der 35-Jährige war verheiratet und hatte fünf Kinder. Die Opfer lebten seit Jahren in Schweinfurt.

Der Angeklagte sitzt seit dem vergangenen September in Untersuchungshaft. Sechs Wochen nach den tödlichen Schüssen hatte die Polizei auch einen damals 17-Jährigen wegen Tatverdachts festgenommen - er ist der Bruder des Angeklagten. Da sich die Beweislage gegen den jungen Mann aber nicht erhärtete, war er wieder freigelassen worden.

dpa/lby

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