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Der Angeklagte Nedjat K. (l) unterhält sich mit seinem Anwalt Ingo Schmitt-Reinholtz im Gerichtssaal in Nürnberg.

Liebhaber der Schwester erschossen: Mordprozess

Nürnberg - Wegen Mordes am Liebhaber seiner verheirateten Schwester muss sich seit Dienstag ein 34 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth verantworten.

Zum Prozessauftakt gestand der Angeklagte, im Mai 2007 im mittelfränkischen Lauf die Schüsse auf den 36-Jährigen abgegeben zu haben. Er machte jedoch geltend, er und seine Familie hätten sich von dem Restaurantbesitzer bedroht gefühlt.

Nach Darstellung von Staatsanwalt Peter Adelhardt hatten sich der 34-Jährige und ein Bruder zunächst einen Revolver in Tschechien besorgt, um sich damit am 5. Mai 2007 im Auto auf die Suche nach ihrem Opfer zu machen. Als die beiden den 36 Jahre alten Restaurantbesitzer in einem anderen Auto in Lauf sichteten, folgten sie ihm in einer wilden Verfolgungsjagd, wie Adelhardt weiter sagte.

Nachdem es ihnen gelungen war, den Liebhaber ihrer Schwester auszubremsen, soll der Angeklagte einen ersten tödlichen Schuss auf den verheirateten Vater zweier Kinder abgegeben haben, wie es in der Anklageschrift heißt. Danach soll er drei weitere Male gefeuert haben. Während der Angeklagte in Albanien gefasst werden konnte, ist sein Bruder noch flüchtig.

Der Angeklagte sagte, die Beziehung sei auch von seiner 34 Jahre alten Schwester nicht gewollt gewesen. Sie sei zu dem Verhältnis gezwungen worden. Auch seine Familie habe sich bedroht gefühlt. Die Schüsse auf den Mann russisch-griechischer Abstammung gab der 34- Jährige zwar zu. Vorher sei aber sein Auto von dem Restaurantbesitzer gerammt worden.

Der Vorsitzende Richter, Peter Wörner, ließ Zweifel an dieser Schilderung erkennen. Die Frau des Opfers äußerte vor Gericht, die Beziehung ihres Mannes zur Schwester des Angeklagten sei ihrer Ansicht nach freiwillig gewesen. Für den Prozess sind insgesamt fünf Verhandlungstage vorgesehen. Ein Urteil wird für den 2. Dezember erwartet.

dpa/lby

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