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Holetschek will Lockdown nicht ausschließen und gesteht fatalen Astrazeneca-Fehler ein

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Von: Tanja Kipke

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Vor dem Bund-Länder-Treffen am Freitag hat Gesundheitsminister Klaus Holetschek mögliche Regelverschärfungen für Bayern in Aussicht gestellt - und einen Fehler eingestanden.

München - Am Freitag (7. Januar) treffen sich Bund und Länder erneut zu einem Corona-Gipfel, um über mögliche Verschärfungen, eine Quarantäne-Verkürzung und Omikron zu diskutieren. Vor der MPK äußerte Ministerpräsident Markus Söder Zweifel, er halte das Treffen für „etwas früh angesetzt“. Söder mache sich Sorgen um die Glaubwürdigkeit der neuen Regierung. Gesundheitsminister Klaus Holetschek erwartet vom Bund beim Treffen „zuerst die Gesamteinschätzung zu Omikron“. Im Interview mit der SZ gibt er zudem einen Ausblick, welche Regelverschärfungen auf Bayern zukommen könnten. Auch einen erneuten Lockdown schließt er nicht aus.

Vor Corona-Gipfel: Holetschek gibt mögliche Regelverschärfungen für Bayern bekannt

Entscheidend für neue Maßnahmen sei laut Holetschek die Einschätzung zur neuen Corona-Variante Omikron. „Um ein Gefühl zu entwickeln, unter welchen Voraussetzungen welche Maßnahmen überhaupt notwendig sind“, sagte er der SZ. „Falls die Neuinfektionen explodieren, haben wir jedenfalls eine Gefahr fürs Gesundheitssystem. Die noch offene Frage ist, ab welchem Wert das bei Omikron der Fall ist.“ Einige Regelverschärfungen könnte man dann für Bayern noch beschließen.

„Man könnte bei der Maskenpflicht nachschärfen, etwa auf belebten Plätzen. Oder überlegen, wo in 2-G-Bereichen noch Potenzial ist für 2-G-Plus“, so Holetschek. Er setze aber auf einheitliche Regelungen in Deutschland. Auf die Frage, ob es nochmal einen Lockdown geben wird, antwortet der Gesundheitsminister: „Ich habe immer gesagt, ich würde nichts ausschließen. Dabei bleibe ich. Klar ist, wir wollen alles tun, das zu vermeiden.“

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Kommt doch kein Freizeit-Lockdown für Jugendliche ab 12 Jahren?

An den Regeln für Jugendliche könnte sich demnächst ebenfalls etwas ändern. Momentan gilt: Ab dem 12. Januar müssen ungeimpfte Jugendliche in einen sogenannten Freizeit-Lockdown. Für sie greift dann die 2G-Regel. Holetschek sagt im SZ-Interview dazu: „Wir werden das nach der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Freitag noch mal bewerten und versuchen, vernünftige Lösungen zu finden.“ Ob sich an der Regelung dann nochmal etwas ändert, bleibt abzuwarten. „Wenn Eltern beim Impfen skeptisch sind, hast du es als Kind schwer“, sagt Holetschek. Man könne das Problem nur mit einer allgemeinen Impfpflicht lösen.

Holetschek könnte sich gut vorstellen, diese auf zwei Jahre zu befristen. „Man könnte dann nach zwei Jahren einen Schnitt machen, evaluieren und neu entscheiden.“ Er rechnet im Bundestag mit einer Mehrheit zur Impfpflicht, teilte er der SZ mit.

Holetschek gesteht entscheidenden Fehler zum Umgang mit Astrazeneca ein

„Sicher habe ich in dieser Pandemie auch Fehler gemacht“, verrät Holetschek im Interview mit der Zeitung. Er erinnert sich an ein Interview, als bei Astrazeneca die Priorisierung aufgehoben wurde. Da habe er auf die Frage, ab wann das gilt, gesagt: „Ab jetzt!“ Hausärzte hätten ihn dann gefragt, ob er wisse, was er da ausgelöst habe. Die Telefone in den Praxen seien nicht mehr still gestanden. Man wurde regelrecht überrannt. „Jeder macht Fehler“, sagt der Gesundheitsminister zu diesem Vorfall. (tkip)

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