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In ganz Deutschland haben tausende Gläubige - wie hier in Bensheim (Kreis Bergstraße) - an Karfreitag des Leidens Christi gedacht. Im unterfränkischen Lohr am Main nahmen nach Polizeiangaben rund 10.000 Menschen an dem traditionsreichen Umzug teil.

Tausende Gläubige gedenken des Leidens Christi

Lohr am Main - Tausende von Gläubigen haben am Karfreitag in feierlichen Prozessionen des Leidens und Sterbens Christi gedacht.

Allein im unterfränkischen Lohr am Main nahmen nach Polizeiangaben rund 10.000 Menschen an dem traditionsreichen Umzug teil. Auch im oberfränkischen Neunkirchen am Brand (Landkreis Forchheim) schlossen sich Tausende Menschen der Prozession an. In den beiden Orten werden lebensgroße Figuren durch die Straßen getragen, die Veranstaltungen zählen damit zu den letzten noch erhaltenen Bilderprozessionen in Deutschland.

Die eindrucksvolle Prozession in Lohr lockte bei Sonnenschein und strahlend blauem Himmel wieder Besucher von weither in den Spessart. Angehörige der Handwerkerinnungen trugen 13 große Holzfiguren durch die Stadt, die das Leiden Christi darstellen. Musikkapellen spielten Passionschoräle und Trauermärsche. Schweigend begleiteten die Gläubigen die Leidensfiguren. Als letzte Figur wurde der Prophet Jona im Bauch des Fisches getragen; er weist symbolisch auf die Auferstehung Jesu hin.

Bis zu 700 Aktive nahmen an der Prozession teil, berichtete der Vorsitzende des Förderkreises, Joachim Salzmann. Sie bewahren damit eine mehr als 350-jährige Tradition. Auch bei den Besuchern sei steigendes Interesse an dem alten Brauch zu spüren. “Die Menschen bleiben noch in der Stadt, schauen sich die Figuren und die Kirche an.“

Auch in Neunkirchen am Brand schlossen sich Tausende von Gläubigen am Todestag Christi der Bilderprozession an. Pünktlich um 9 Uhr wurden die barocken Skulpturen, die “Jesus am Ölberg“ oder “Jesus mit Dornen gekrönt“ den Kreuzweg zeigen, unter Glockengeläut aus der katholischen St. Michaels-Kirche in den Kirchhof gebracht. Männer aus jedem Ortsteil der Pfarrgemeinde trugen eine der Figuren durch die Straßen der Marktgemeinde vor den Toren Erlangens. Dazwischen folgte die betende und singende Gemeinde mit dem Priester. Die Tradition der Prozession in Neunkirchen reicht zurück bis ins Jahr 1668.

In München gestalteten Katholiken aus 21 Volks- und Sprachgruppen die Prozession als “Kreuzweg der Völker“. Sie wollten damit an 20 Jahre Religionsfreiheit im ehemaligen Ostblock erinnern. Weihbischof Engelbert Siebler sagte, es gebe immer noch Länder, in denen Christen um ihrer Treue zu Jesus Christus willen verfolgt würden. “Wir denken dabei vor allem an unsere Brüder und Schwestern in China, in Teilen Afrikas und Indiens. Für sie beten wir“, sagte Siebler nach einer Mitteilung.

dpa

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