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Angehörige verschiedener Handwerkszünfte ziehen am 03.04.2015 in Lohr am Main (Bayern) in einer Karfreitagsprozession durch die Innenstadt.

Schweigemarsch in Lohr am Main

Karfreitag in Bayern: Viele Besucher bei Prozessionen

Lohr am Main - Mindestens 7000 Menschen haben am Karfreitag an der ältesten deutschen Prozession in Lohr am Main teilgenommen. Der Karfreitag steht traditionell im Zeichen der Trauer. Überall in Bayern gedenken Christen des Leids Jesu.

Prozessionen, Kreuzwege und Gottesdienste - Bayerns Christen haben am Karfreitag an das Leiden und den Tod von Jesus Christus erinnert. Allein im unterfränkischen Lohr am Main verfolgten bei sonnigem Wetter rund 7000 Menschen die älteste deutsche Karfreitagsprozession. Rund 600 schwarz gekleidete Männer und Frauen trugen dabei abwechselnd dreizehn lebensgroße schwere Figuren. Die zum Teil Jahrhunderte alten Figuren zeigen den Leidensweg Jesu Christi vom Abendmahl bis zur Kreuzigung. Der Kreuzweg, mit Blumen geschmückte Holzpodeste mit den religiösen Figuren darauf, gilt als der älteste noch erhaltene in Deutschland.

In München zogen in Erinnerung an den Leidensweg Jesu Christi tausende Gläubige von der Jesuitenkirche St. Michael bis zum Marienplatz. Vorangetragen wurde ein Kreuz, das aus Planken eines vor der italienischen Insel Lampedusa gestrandeten Flüchtlingsschiffs gefertigt wurde. Das Kreuz von Lampedusa stehe für „viele zerstörte Hoffnungen und viel Leid“, sagte der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, beim Abschlussgebet an der Mariensäule. „Wir hoffen und beten, dass Heilung geschieht, in dem, der sich selbst hingegeben hat“, sagte Marx. Insofern sei der „Kreuzweg der Völker“ auch ein Weg der „Hoffnung, dass wir aus dem Leid gerettet werden durch Gott selbst“.

Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick plädierte in seiner Karfreitagpredigt dafür, dass das Kreuz weiterhin in Schulen, Gerichtssälen und Krankenhäusern hängen soll. „Wir dürfen Kreuze nicht abhängen, sondern müssen Inhalt und Sinn des Kreuzes auch den Nichtchristen, Muslimen, Juden und allen Menschen mit und ohne Religion und Glauben erklären“, sagte Schick. „Das Kreuz ist wichtig für Gerechtigkeit und Frieden, für Gemeinwohl und Mitmenschlichkeit.“

Im Bistum Würzburg gedachten die Gläubigen bei Gottesdiensten des Leidens und Sterbens Jesu Christi. Bischof Friedhelm Hofmann betonte in seiner Predigt die Leidensgeschichte Jesu, die mehr als ein Bericht sei. „Sie führt uns nicht nur vor Augen, was damals in Jerusalem geschah, sondern sie ist Deutung und Verkündigung zugleich.“ Sie vermittle, dass Jesus Demütigung und Schmerz auf sich nahm, um die Menschen aus der Knechtschaft der Sünde zu befreien und in die Schar derer einzureihen, die auf dem Weg zum Ewigen Leben sind.

Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler äußerte sich in ihrer Karfreitagpredigt kritisch zur Sterbehilfe. „Menschen ahnen gar nicht, was sie an Hölle lostreten, wenn sie Leben qualifizieren nach lebenswert oder nicht“, sagte die evangelische Theologin im Gottesdienst in der St. Lukas-Kirche in München. Breit-Keßler kritisierte die Haltung, Leid verhindern zu können, etwa durch Abtreibung behinderter Kinder oder durch assistierten Suizid am Lebensende. „Da werden Sterbehilfeorganisationen begründet, auch solche, die Geld mit dem Tod machen.“ Leid müsse aber ernst genommen werden. Das mache sensibel für das, was Menschen bedrohe.

An Ostern feiern die Christen das Hochfest der Auferstehung Jesu Christi. Es ist das höchste Fest der Christenheit. Seine Wurzeln liegen im jüdischen Passah-(Pessach)-Fest. Ostern wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Mit dem Osterfest beginnt die 50-tägige Osterzeit, die mit dem Pfingstfest endet.

dpa

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