Kampf im Raucherraum

Patient bringt Mitinsasse in Psychiatrie um

Lohr am Main - Mitten in der Nacht wird ein Patient des Bezirkskrankenhauses tot in einer Blutlache gefunden. Zunächst sieht es so aus, als sei er gestürzt - doch die Obduktion verrät, dass es ein Verbrechen war.

Ein 41 Jahre alter Patient einer geschlossenen Psychiatrie in Unterfranken hat vermutlich einen anderen Patienten umgebracht. Das 53 Jahre alte Opfer sei mit einer stark blutenden Kopfverletzung in der geschlossenen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Lohr am Main (Landkreis Main-Spessart) gefunden worden, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mit. Der Tatverdächtige war Anfang Dezember von einem Richter in die Klinik eingewiesen worden. Er gab die Tat zu, das Motiv ist noch unklar.

Die Leiche war bereits in der Nacht zum vergangenen Mittwoch im Raucherraum der Abteilung entdeckt worden. „Es gab aber zunächst keinerlei Hinweise, die auf irgendeine Art von Fremd- oder Gewalteinwirkung hingedeutet hätten“, sagte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt. Erst eine Obduktion zwei Tage später habe gezeigt, dass der Mann nicht gestürzt, sondern „durch Einwirkung von stumpfer Gewalt gegen den Kopf“ getötet worden war.

Zu den genauen Umständen des Todes machten die Ermittler keine Angaben. Die Kripo hatte die gesamte geschlossene Abteilung durchsucht und dort den Tatverdächtigen ermittelt.

Am Montag entschied ein Ermittlungsrichter, den 41-Jährigen in der forensischen Abteilung des Bezirkskrankenhauses Lohr unterzubringen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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