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Lohrs umstrittene Schneewittchen-Figur wird in Bronze gegossen.

Streit beigelegt

"Horrorwittchen" geht in Guss

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Lohr am Main - Monatelang wurde gestritten, nun wird gegossen. In Tschechien bekommt die umstrittene Schneewittchen-Figur für die Stadt Lohr ihre künftige Form.

Wenn Schneewittchen gelebt hat, dann hat es in Lohr gelebt. Darum schmückt sich der unterfränkische Ort am Main gerne mit dem Zusatz Schneewittchen-Stadt. Und hat für die künftige Vermarktung eine sehr moderne Skulptur der 1725 geborenen Grimmschen Märchenfigur in Auftrag gegeben. Darüber gab es jedoch einen heftigen Streit. Der ist aber nun beigelegt, und die Figur wird derzeit in Bronze gegossen.

In einem Wettbewerb wurde der Entwurf des Bildhauers Peter Wittstadt zum Sieger gekürt. Doch als es an die Realisierung ging, gefiel zum einen vielen Lohrern die sehr moderne Märchenfigur überhaupt nicht. Gar als Horrorwittchen wurde die Skulptur mit den abstehenden Haaren beschimpft. Obendrein stieß dem Stadtrat die Steigerung der ursprünglich kalkulierten Kosten von 18 000 auf rund 110 000 Euro ziemlich sauer auf. Bei der Ausschreibung sei vergessen worden, eine Obergrenze festzulegen, musste Bürgermeister Mario Paul damals zähneknirschend eingestehen.

Inzwischen haben sich Künstler und Geldgeber geeinigt, so dass gestern mit den Arbeiten in einer tschechischen Gießerei begonnen werden konnte. Im Spätsommer soll die etwa drei Meter hohe Bronzefigur schließlich vor der Stadthalle aufgestellt werden.

Zur Wende im Streit beigetragen hat vermutlich auch ein Grafitto in einer Unterführung, auf dem das Wittstadt-Schneewittchen mit einem Messer in der Hand die sieben Zwerge jagt. Dieses Horrorwittchen wurde in Lohr schnell zur Kultfigur. Es ziert mittlerweile T-Shirts, Hoodies und Boxershorts sowie Kaffeetassen, Caps und Schirme, für die ein eigener Internetshop eingerichtet wurde (unter www.howilo.de). Mit Erfolg: Pro verkauftem Shirt gehen 2,50 Euro ans Jugendzentrum, an das inzwischen rund 10 000 Euro überwiesen werden konnten.

So wendete sich in Lohr nun doch alles zum Guten, wie beim märchenhaften Vorbild. „Dieses Horrorwittchen war wirklich ein Glücksfall“, sagt Bürgermeister Mario Paul. „Lohr hat damit irgendwie eine Bildmarke bekommen. Und die Bevölkerung hat sich mit Wittstadts Schneewittchen ausgesöhnt.“ 

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dpa

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