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Von 21 Uhr am Dienstagabend bis 6 Uhr streiken die Lokführer der Deutschen Bahn. Am Abend blieb es an den Bahnhöfen recht ruhig.

Behinderungen im Bahnverkehr

Lokführer-Streik trifft Bahnreisende in Bayern

München - Vom Streik der Lokführer war am Dienstagabend vor allem der S-Bahnverkehr in München und Nürnberg sowie einzelne Regionalzüge betroffen. Bis 6 Uhr am Mittwoch dauert der Ausstand. 

Am Nordteil des Münchner Hauptbahnhofes herrscht an diesem Dienstagabend fast gespenstische Ruhe. Eigentlich sollten dort Regionalzüge in den Süden fahren, nach Garmisch-Partenkirchen zum Beispiel. Doch die Züge stehen - und Fahrgäste sind dort kaum zu sehen. „Es ist das gewohnte Bild, die Leute haben sich darauf eingestellt“, sagt der Sprecher der Aktion Fahrgäste München, Andreas Nagel. „Deswegen gibt es kein Chaos.“ Eine Forderung an die Deutsche Bahn und die Gewerkschaft der Lokführer hat er dennoch: „Sofort zurück an den Verhandlungstisch.“

Der Streik der Lokführer hat am Dienstagabend auch Reisende in Bayern getroffen. In den Großräumen München und Nürnberg fielen vereinzelt Züge im S-Bahnverkehr sowie im Regionalverkehr aus, wie eine Sprecherin der Deutschen Bahn mitteilte. Auch ein ICE, der eigentlich am späten Abend von München nach Nürnberg geplant war, musste ausfallen. Über größere Behinderungen im Fernverkehr im Freistaat wurde aber zunächst nichts bekannt. Der Ausstand soll erst am frühen Mittwoch beendet sein.

Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hatte ihre Mitglieder im Tarifstreit mit der Bahn von 21.00 Uhr an zu einem flächendeckenden Streik in ganz Deutschland aufgerufen. In München hatten viele Reisende auf eine Fahrt per Zug oder S-Bahn verzichtet. „Ich ärgere mich - aber vor allem über mich selbst, weil ich zehn Minuten zu spät war“, sagt eine 73-Jährige, die an diesem Abend noch nach Karlsfeld muss. Vor fünf Minuten sollte ihre S-Bahn fahren - aber sie bleibt zuversichtlich.

Schon Stunden vor Beginn der Streikaktion waren Reisende etwa auf den elektronischen Anzeigetafeln der Münchner S-Bahnhöfe über die „Einschränkungen im Zugverkehr“ informiert worden. Nach Angaben der Bahn soll bei den S-Bahnen in den Großräumen München und Nürnberg versucht werden, die einzelnen Linien stündlich zu bedienen. „Die Betonung liegt auf versuchen“, sagte ein Bahn-Sprecher am Münchner Hauptbahnhof.

Nicht betroffen von dem Ausstand waren Privatbahnen wie die Bayerische Oberlandbahn (BOB) oder Agilis. Der Streik soll bis am Mittwoch um 6.00 Uhr dauern. Auch danach müssen Pendler und Reisende im Freistaat zunächst aber noch mit Behinderungen rechnen.

Die Deutsche Bahn hatte den bundesweiten Streik im Vorfeld als „völlig überzogen“ kritisiert. Der Fahrgastverband Pro Bahn Bayern forderte, der Tarifkonflikt dürfe nicht auf dem Rücken von Reisenden und Pendlern ausgetragen werden.

Die Lokführer fordern fünf Prozent mehr Geld und eine um zwei Stunden verkürzte Wochenarbeitszeit. Die GDL will aber auch für das übrige Personal im Zug verhandeln, etwa für Zugbegleiter und Speisewagen-Mitarbeiter - die Bahn lehnt das ab. Die GDL konkurriert dabei mit der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

In München hat allerdings nicht jeder von dem Streik mitbekommen. Der 23 Jahre alte spanische Student Gabriel hat seine Freundin vom Flughafen abgeholt. Die beiden wollen noch vom Hauptbahnhof nach Deggendorf - wissen aber nicht, wie. Um 11 Uhr ist die 19-Jährige morgens in Madrid losgeflogen. Zeitpunkt der Ankunft in Deggendorf: Ungewiss.

dpa

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