Lottogewinner lässt Millionen liegen

Kempten - In Bayern gibt es einen Glückspilz, der gar nicht weiß, dass er einer ist. Er hat 2,1 Millionen Euro bei der Glücksspirale gewonnen – aber nie abgeholt. Diesen Samstag läuft die Frist ab.

Die Staatliche Lotterieverwaltung hat alles versucht. 26 Wochen lang recherchierte sie nach dem Besitzer des Lottoscheines mit der Nummer 4527073, der am 5. Januar um 15.34 Uhr in Kempten abgegeben wurde. Die Lottogesellschaft startete Aufrufe in 280 Annahmestellen im Kemptener Raum. Als sich niemand meldete, verschickte sie eine bundesweite Pressemitteilung. Aber das Phantom rührte sich wieder nicht. Am heutigen Samstag hat der Spieler die letzte Chance, seinen Gewinn einzusacken: 2,1 Millionen Euro liegen für ihn bereit. Steht er an diesem Wochenende nicht am Schalter, dann ist das Geld für ihn futsch.

Das ganze Allgäu rätselt, wer der oder die Unbekannte ist. Nur so viel ist klar: Der Spieler hat vier Tippfelder ausgefüllt, Spiel 77, Super 6 und die Glücksspirale angekreuzt. Dafür hat er elf Euro investiert. Wegen des Kreuzchens ist er nun eigentlich steinreich: Er bekäme eine vererbbare Sofortrente von in der Regel 7500 Euro im Monat – je nach Alter vielleicht auch mehr. Er könnte sich den ganzen Batzen von 2,1 Millionen aber auch auf einen Schlag auszahlen lassen. Die Allgäuer machen sich inzwischen eine Spaß aus der Sache. Hin und wieder kommen Kunden in die Annahmestellen und behaupten augenzwinkernd, sie seien die Millionäre – sie hätten nur ihren Schein verloren. Bernhard Brunner von der Staatlichen Lotterieverwaltung glaubt derweil nicht mehr daran, dass der echte Gewinner doch noch auftaucht. Es handle sich wohl um einen Gelegenheitsspieler bei der Glücksspirale. „Vielleicht hat er nur seine Lottozahlen gecheckt“, mutmaßt Brunner – und den Schein anschließend weggeworfen. „Der denkt vielleicht gar nicht mehr daran, dass er das sein könnte. Das ist natürlich bitter.“ Vielleicht sei es auch ein Tourist gewesen, der Urlaub im Allgäu gemacht habe.

Von Nina Gut

Rubriklistenbild: © dpa

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