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Die Suche nach Liebe lockt viele in die Falle

Love-Scamming: Immer mehr Bayern fallen auf Masche rein

München - "Love-Scamming" greift um sich. Immer mehr Bayern fallen auf die miese Masche rein - wie jüngst ein Mann aus dem Landkreis Ansbach.

Es ist ein mieses Spiel mit der Sehnsucht nach Geborgenheit, nach bedingungsloser und aufrichtiger Liebe. Und es endet immer gleich: Der eine lacht sich ins Fäustchen und zählt Geld, der andere hat ein leeres Konto und ein gebrochenes Herz. Die Rede ist von Love Scamming (siehe unten). Immer mehr Bayern fallen auf diese fiese Masche herein.

Jüngst wurde ein Mann aus dem Landkreis Ansbach ein Opfer der perfiden Betrugsmasche. Auf der Suche nach der großen Liebe hatte er sich auf einer Single-Börse im Internet angemeldet. Mitte März kontaktierte ihn eine Frau aus Russland. Es folgten Mails, Telefonate mit tollen Gesprächen und der Wunsch nach einem Treffen. Einen Monat später versprach die hübsche Russin ein Date. Doch um den Flug nach Nürnberg zu finanzieren, brauche sie die Hilfe des Mannes. Bis über beide Ohren verliebt, überwies der Ansbacher über tausend Euro nach Russland.

Ein paar Tage später teilte die Bekannte aber mit, dass sie, um ein Visum für Deutschland zu erhalten, in Russland nachweisen müsse, dass ihr für den Aufenthalt in Deutschland Mittel zur Verfügung stehen würden. Aus diesem Grunde forderte sie weitere 2000 Euro von dem Mittelfranken. Wiederum überwies er Geld. Mitte Mai sollte die Geliebte schließlich nach Nürnberg fliegen. Doch dann die Ernüchterung: Sie sei am Flughafen von Behörden festgehalten worden, jammerte die Frau – und brauche nun 10 000 Euro. Da endlich stutzte der Mann, zahlte nicht und ging zur Polizei.

Fälle wie die des Ansbachers sind mittlerweile Alltag. Im April 2012 fiel eine Frau aus Gilching auf eine ähnliche Masche herein. Bei ihr hatte ein Mann aus Ghana 500 Euro ergaunert. Und eine Frau aus Germering kam ihrem Gauner auf die Schliche – und meldete ihn bei der Polizei. Wie viele wirklich auf die Masche hereinfallen, ist unklar. Aus Scham werden derartige Betrügereien oft nicht angezeigt.

aw

Love-Scamming

Beim sogenannten Love-Scamming (oder Romance-Scamming) handelt es sich um eine Betrugsmasche, bei der mit den Gefühlen der Opfer gespielt wird. Mittels E-Mail, Chat oder Internet-Börse wird zunächst ein Kontakt aufgebaut. Männer geben sich dabei gerne als Akademiker (Ingenieure, Architekten, Ärzte) aus und suggerieren ihren Opfern, sie hätten sich verliebt. Später bittet der Betrüger das Opfer um Geld: beispielsweise um einen Vorschuss für ein Flugticket. Die Opfer, blind vor Liebe, bezahlen meistens. Love-Scammerinnen bevorzugen übrigens andere Berufe: Waisenhaus-Angestellte, Schauspielerin, Geschäftsfrau und Lehrerin.

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