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 Wer schafft die Ernennung zum Weltkulturerbe?  Das Märchenschloss Neuschwanstein darf sich Hoffnungen machen.

Ludwigs Schlösser als Weltkulturerbe?

München - Die Schlösser von Ludwig II. sollen nach dem Willen von Bayerns Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) Unesco-Weltkulturerbe werden. Am Dienstag wurde der Plan konkreter:

Fahrenschon und Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP), in dessen Ministerium die Entscheidung über künftige bayerische Vorschläge zum Welterbe vorbereitet werden, wollten abends mit Bürgermeistern, Landräten und Vertretern der betroffenen Kommunen im Landtag zusammentreffen. Man wollte über den aktuellen Stand einer möglichen Nominierung von Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee als Weltkulturerbestätten informieren, teilte das Kunstministerium mit.

Sie wollen Weltkulturerbe werden:

Sie wollen Weltkulturerbe werden:

Demnächst muss Bayern über seine Vorschläge für das Weltkulturerbe entscheiden. In vielen Orten wie Passau, Rothenburg ob der Tauber und Nürnberg gibt es ebenfalls Interesse. Das Kunstministerium sammelt nun erst einmal bis März alle Vorschläge und erwartet eine lebhafte Resonanz. “Ich kann mir gut vorstellen, dass unserer Expertenkommission einige sehr spannende Vorschläge vorgelegt werden“, sagte Kunstminister Heubisch am Dienstag in München.

Bei einer Bewerbung müsse der außergewöhnliche universelle Wert der Stätte überzeugend dargelegt und der Vorschlag grundsätzlich von den Trägern der Stätte befürwortet werden, teilte das Ministerium mit. Eine Expertenkommission bewerte diese anschließend nach den von der Unesco vorgegebenen Kriterien und den absehbaren Erfolgschancen. Bis zum Herbst legt jedes Bundesland der Kultusministerkonferenz zwei Vorschläge vor.

Die Chancen auf Erfolg dürften bei den Königsschlössern nicht schlecht stehen: Die Epoche des Historismus, der die Bauten zuzurechnen sind, spielt laut Fahrenschon eine herausragende Rolle bei der sogenannten “Gap-List“ der Unesco. Diese Liste verzeichne alle Phänomene, die im Weltkulturerbe noch nicht vertreten seien. Von der Statusaufbesserung der Schlösser Herrenchiemsee, Linderhof und Neuschwanstein würden alle profitieren, die Ortschaften, die Regionen und nicht zuletzt der gesamte Freistaat. Weltweit würden Reiserouten nach Welterbestätten ausgerichtet.

Gespräche über eine Bewerbung der Königsschlösser gebe es schon seit längerem, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums. Bereits vor knapp drei Jahren hatte der damalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee dafür vorgeschlagen. Die Liste war damals jedoch wegen der Flut an Anträgen gesperrt gewesen. Die Kandidaten, die nun gesucht werden, können erst nach 2017 zur Weltkulturerbestätte ernannt werden. In den nächsten Jahren müssen noch einige Kandidaten aus anderen Bundesländern abgearbeitet werden.

dpa

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