Lustige Ortsnamen: Warum es in Pups nicht stinkt

München - Geht’s in Schabernack besonders bunt zu? Und haben in Tittenkofen alle Frauen besonders viel Holz vor der Hüttn? Ein neues Buch erklärt die lustigsten Ortsnamen in Bayern.

Eins steht fest: In unserem Bayern gibt’s eine Menge ungewöhnlicher und lustiger Ortsnamen.  Und genau um diese haben sich die Autoren Susanne Franke und Stefan Hackl jetzt gekümmert. In ihrem Buch Die Wahrheit über Pumpernudel stellen Sie 111 kuriose Ortsnamen in Bayern vor – und erklären sie …

Ein sprachlicher Streifzug durch den Freistaat – vorbei an ganz vielen Ortsschildern. Und oft sind die Erklärungen für die ungewöhnlichen Namensgebungen so sinnvoll wie einfach: Sicher wussten Sie nicht, dass Kloo nahe Miesbach einfach so heißt, weil der Erstbewohner eben diesen ungewöhnlichen Vornamen hatte.

Wir erklären elf irre Namen aus dem Buch nach ihrer Herkunft:

Schabernack (Landkreis Aschaffenburg): Ob in diesem Ort die Einwohner besonders viel Spaß im Sinn haben? Mag sein – hat aber nichts mit dem Ortsnamen zu tun. Der kommt davon, dass hier ein Bergrücken neben dem Ort ist und dieser zur Holzgewinnung genutzt wurde. Nach dem Fällen der Bäume sah er aus wie ein „geschabter Nacken“.

Elend (Landkreis Straubing-Bogen): In diesem Örtchen geht es den Einwohnern nicht schlecht. Nein – der Name kommt vom Mittelhochdeutschen „Ellende“ – was so viel heißt wie „fremd“, „fremdländisch“. Hier wohnte also einst jemand aus dem Ausland.

Pups (Landkreis Rosenheim): Ein Name, der eher auf Ver­dauungsschwierigkeiten ­schließen lässt – stimmt aber nicht: Im 14. Jahrhundert schrieb sich der Ort nämlich „Pupfs“ – und das steht für einen plumpen und rücksichts­losen Menschen. Hier waren also einst eher unbeliebte Zeitgenossen ansässig. Daher kommt der Name.

Schnattern (Landkreis Lindau): In diesem Dörfchen wird nicht gern viel geredet, sondern der Titel kommt von dem schwäbischen Wort „Schnatteren“ – was Moosbeeren bezeichnet. Die wachsen dort heute noch in Massen.

Walking (Landkreis Rottal-Inn): Hier wird nicht gern zu Fuß gegangen, und hier leben auch keine Amerikaner. Hier wurden früher Kleidungsstücke „gewalkt“ – also gereinigt und weiß gemacht.

Wüstensaal (Landkreis Hof): Hier wohnte kein Sultan, sondern hier stand einst nur „ein einsames Haus“. Und genau das wurde früher als „Wüstensal“ bezeichnet.

Hölle (Landkreis Altötting): Auch dieser Ortsname stammt aus dem Mittelhochdeutschen. Früher wurde nämlich ein schwer erreichbarer Ort „Helle“ genannt – und so kam dieser Weiler zu seinem Namen.

Katzenhirn (Landkreis Unterallgäu): Ob der Gründer dieser Siedlung über eine bescheidene Gehirnmasse verfügte? Oder sah sein Gesicht wie das einer Mieze aus? Man weiß es nicht. Jedenfalls standen über Jahrhunderte Besitzer mit diesem Nachnamen im Grundbuch und gaben dem Ort seinem Namen.

Petting (Landkreis Traunstein): Der etwas anzügliche Name dieses Ortes hat rein gar nichts mit Sexualpraktiken zu tun – sondern mit Altbairisch. Petting heißt nichts anderes als „Menschen, die zu Petto gehören“. Dort wohnte also schlichtweg die Familie vom Petto. Gleiches gilt übrigens für Tittenkofen (Landkreis Erding). Da wohnten die, die „zum Titto“ gehörten.

Kotzheim (Landkreis Amberg-Sulzbach): Nein, hier muss sich niemand übergeben. Der Name kommt daher, dass im Nordbairischem aus „a“ oft ein „o“ wird. Heißt also: Katzheim. Und hier gab es dann nicht viele Katzen, sondern wahrscheinlich eine Menge schöner Frauen. Die wurden nämlich auch als „Katzen“ bezeichnet.

Schlecht (Landkreis Traunstein): Nein, hier wohnen ­keine bösen Menschen. Und hier lebt es sich auch nicht schlecht. Der Name kommt vom Mittelhochdeutschen „sliht“ – was so viel heißt wie „eine glatte Fläche, eine Ebene“.

Armin Geier

Weitere lustige Ortsnamen in Bayern und Deutschland

Die skurrilsten Ortsnamen in Deutschland

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