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Im Schloss Neuschwanstein wird kein Bier gebraut

Richter entscheiden

Luxusbier darf „Neuschwansteiner“ heißen, obwohl es da gar nicht gebraut wird - aber...

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Eine Flasche kostet rund 30 Euro und das Edelbier in Champagner-Optik darf sogar den Namen „Neuschwansteiner“ behalten, urteilt das OLG. Bei der Braumethode „Royale“ gab‘s dafür Ärger.

München – Das „Neuschwansteiner“ wird nicht im Schloss gebraut, darf aber trotzdem so heißen. Das entschied das Oberlandesgericht (OLG) nach einer Klage der Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs gegen die „World of Neuschwansteiner Holding Gmbh & Co. KG“, berichten sueddeutsche.de und abendzeitung-muenchen.de. Die angebliche Brautechnik „Methode Royale“ muss dagegen von Etikett verschwinden. Von dieser Brautechnik habe noch kein Bierbrauer, geschweige denn ein -trinker gehört, urteilt das OLG. Immerhin ein Sieg für die Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs aus Frankfurt am Main. 

Eine Niederlage gab es dagegen bei dem Kampf um den Namen des Bieres. Bei „Neuschwansteiner“ nehme der Durschnitts-Biertrinker an, dass das Bier im Schloss gebraut werde, begründete die Frankfurter Zentrale ihre Klage. In erster Instanz hatte sie vor dem Landesgericht Recht bekommen. Das OLG fällte nun ein anderes Urteil. Der Name „Neuschwansteiner“ darf bleiben, obwohl das Bier nicht im Schloss, sondern im benachbarten Schwangau gebraut wird. Laut Richter Andreas Müller könne niemand davon ausgehen, dass im Schloss Neuschwanstein, eine der zehn beliebtesten Sehenswürdigkeiten 2017, neben Touristen und Souvenirständen noch Platz für eine ganze Brauerei sei. 

In diesem Fall entscheidet das OLG anders als noch 2016. Vor knapp zwei Jahren beschloss der Senat, dass beim in Rosenheim gebrauten „Chiemseer“ die geografische Bezeichnung irreführend sei. Mit der Bezeichnung „gebraut in Rosenheim am Inn“ direkt unter dem Namen umgeht das „Chiemgauer Brauhaus Rosenheim“ seit dem Urteil eine Namensänderung des Bieres. 

Wer sich künftig selbst vom „Neuschwansteiner“ überzeugen will, muss übrigens tief in den Geldbeutel greifen. Eine 0,75-Liter-Flasche des Märzen kostet stolze 29,90 Euro. Dafür kommt die Flasche immerhin in Champagneroptik.

ses

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