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Der Ausblick vom Gipfel treibt die Menschen heute wie damals in die Alpen.

Die Macht am Berg: Alpenverein wird 150 Jahre alt

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Der Deutsche Alpenverein ist die größte Bergsportvereinigung der Welt. Gegründet von euphorischen Alpinisten hat sich der Verein mit seinen 356 Sektionen zu einer Macht am Berg entwickelt. Doch auch im 150. Jahr des Bestehens bleibt der Spagat zwischen Leistungssport und Naturschutz eine Herausforderung.

München – Als sich die Abtrünnigen vor 150 Jahren, am 9. Mai 1869, in der „Blauen Traube“ in München versammelten, war die Gründung des Deutschen Alpenvereins schon beschlossene Sache. Schon länger trieb die Gruppe von Bergsteigerpionieren die Enttäuschung über den sieben Jahre zuvor gegründeten Österreichischen Alpenverein und die „abgelebten, siechen Prahlhänse“ in der Wiener Vereinsleitung um, wie es der Alpinist Franz Senn verächtlich in einem Brief formulierte. Senn und seinen Mitstreitern missfiel die wissenschaftliche Ausrichtung des ÖAV. Ihnen fehlte die Praxis. Sie wollten die Alpen touristisch besser erschließen. Sie wollten aktiv werden. Sie wollten die Stiefel schnüren und die Vertikale bezwingen.

Mit einem Aufruf an „die zahlreichen Alpenfreunde in allen Gauen“ warben die Gründer um Unterstützung für den neuen Verein. Zur Aufgabe stellten sie sich die Erforschung und die erleichterte Bereisung der gesamten deutschen Alpen. „Auch die bis heute für den DAV typische Untergliederung in Sektionen wurde damals schon festgelegt“, sagt Friederike Kaiser, Leiterin des Alpinen Museums in München. Der Alpenverein war geboren – und der Geist der Gründer steckte an. Noch im Jahr 1869 gründeten sich 16 weitere Sektionen von Berlin bis Bozen.

Der Schulterschluss des Alpenvereins mit dem NS-Regime

Nach dem Aufstieg: Bergsteiger auf der Lamsenjochhütte im Karwendel.

Nur wenig später schlossen sich der Deutsche und der Österreichische Alpenverein aber schon wieder zusammen. Hütten- und Wegebau und die Ausbildung von Bergführern florierten, Kartografen des Alpenvereins schufen präzise Karten der Ostalpen. Bereits im Kaiserreich entwickelten sich im Verein allerdings antisemitische Tendenzen. Immer mehr Sektionen führten den Arierparagrafen ein. Als erster großer Sport- und Tourismusverband in Deutschland hatte sich der Alpenverein damit völkisch und antisemitisch positioniert. Unter dem NS-Regime wurde der Verein in den Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen eingegliedert. Der Schulterschluss mit dem Regime, den der Alpenverein in den 90er-Jahren gründlich aufarbeiten ließ, hätte beinahe das Ende bedeutet. Denn nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verein von den Alliierten verboten, die Neugründung gestaltete sich schwierig. Erst im Oktober 1950 konnte der DAV in Würzburg neu entstehen. Heute nimmt der Naturschutz eine immer größere Rolle ein. Mittlerweile ist der Alpenverein nicht mehr nur die größte Bergsteigervereinigung der Welt mit knapp 1,3 Millionen Mitgliedern in 356 Sektionen und der fünftgrößte nationale Sportfachverband Deutschlands, sondern auch ein anerkannter Naturschutzverband. Zuletzt kämpfte der DAV erfolgreich Seite an Seite mit Bund Naturschutz und Landesbund für Vogelschutz gegen die Änderung des Alpenplans am Riedberger Horn.

Die Olympiaorientierung setzt den Alpenverein unter Spannung

Als „Anwalt der Alpen“ versteht sich der Alpenverein, der sich für die Freude am Bergsport und einen respektvollen Umgang mit der Natur gleichermaßen einsetzen will. Aber der Spagat zwischen, Breitensport, Leistungssport und Naturschutz führt intern immer wieder zu Diskussionen. Der Kletter-Boom der vergangenen Jahre und die Aufnahme der Disziplin bei den Olympischen Spielen verändern die Mitgliederstruktur im Alpenverein. Immer mehr Menschen kommen über die Halle zum Verein. Daraus erwächst auch bei der Planung von Investitionen die Frage: Braucht es eher Geld für neue Toiletten auf der Berghütte oder doch eine neue Boulderwand im Kletterzentrum?

Für Zündstoff sorgen zudem größere Erschließungsgebiete in den Alpen und der rasante Vormarsch des E-Bikes, den der Alpenverein als Verfechter der Bewegung aus eigener Kraft kritisch verfolgt. Mit zwei Modellprojekten soll hier ein gesunder Mittelweg gefunden werden.

Die vielleicht größte Herausforderung: das ehrenamtliche Engagement

Aber als die vielleicht größte Schwierigkeit für den DAV sieht Vize-Präsident Rudolf Erlacher, die Infrastruktur in den Bergen aufrechtzuerhalten. „Die vielen freiwilligen Stunden bei der Pflege der Wege und der Betreuung der Hütten haben uns immer ausgezeichnet. Aber das ehrenamtliche Engagement ist in der heutigen arbeitsintensiven Welt eine große Herausforderung für den Einzelnen und für den Verband.“ Das wird eine der Aufgaben des Alpenvereins für die Zukunft sein: Den Mitgliedern auch im 151. Jahr den unverwüstlichen Tatendrang der Gründer zu vermitteln.

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