Grauenvolles Verbrechen in Töging

Töging - Wahnsinnstat in Töging (Kreis Altötting): Auf einem Feldweg hat ein 40-jähriger Mann ein Mädchen völlig unvermittelt mit einem Messer niedergestochen und anschließend mit Benzin übergossen. 

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Nach Bluttat von Töging Haftbefehl beantragt

Nach Tagen und Wochen mit schlechtem Wetter, Regen und Kälte endlich Sommer, Sonne, Sonnenschein! Zeit für einen Freibadbesuch, den sich viele am Dienstag gönnen. Auch das Töginger Freibad ist an diesem Nachmittag gut gefüllt. Vor allem junge Leute, die Schule und Hausaufgaben hinter sich haben, lassen sich’s hier gut gehen. Unter den Badegästen ist ein 16-jähriges Mädchen, das ebenfalls schöne Stunden erlebt.

Bilder: Bluttat in Töging

Bilder: Bluttat in Töging

Zunächst aber nur. Denn mit zunehmender Zeit beschleicht Carmen K. das Gefühl, dass sie beobachtet wird. Wie sich später auf erschreckende Weise zeigen wird, trügt sie ihr Gefühl nicht. Irgendwann zwischen 16 und 16.45 Uhr entschließt sich Carmen, nach Hause zu gehen. Sie verlässt das Freibad am südlichen Stadtrand des 9000-Seelen-Ortes und geht in nördlicher Richtung, überquert die Bahnlinie, die von Mühldorf am Inn nach Marktl führt. Ob sie bemerkt, dass sie verfolgt wird, ist noch nicht geklärt. Gesichert ist aber, dass sie kurz nach 17 Uhr unweit der Töginger Auffahrt zur A 94 München-Passau von einem Mann in ein Maisfeld gezerrt wird. Dort geht der 40-Jährige, der nach ersten Erkenntnissen aus einer nahegelegenen kleinen Ortschaft stammt, wie von Sinnen mit einem Messer auf Carmen K. los.

Mehr als 20-mal sticht er auf das hilf- und wehrlose Mädchen ein, tobt wie rasend. Immer wieder rammt er das Messer in den Leib seines Opfers, trifft auch in den Hals. Schließlich greift er die Flasche mit Benzin, die er dabei hat, und übergießt die schwer verletzte 16-Jährige. Fühlt sich der wahnsinnige Täter plötzlich beobachtet oder wird er gar gestört? Wie auch immer, der 40-Jährige lässt plötzlich von seinem blutüberströmten Opfer ab, steigt auf sein Fahrrad und radelt davon.

Carmen K. wird gottlob kurz danach gefunden und ins Krankenhaus gebracht. Dort wird sie notoperiert; ihr Zustand ist allerdings ernst. „Wir sind froh, wenn sie es überlebt“, äußert am Abend Fritz Braun, der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Trotz ihrer schweren Verletzungen kann das Mädchen noch berichten, dass es den Täter nicht kennt, ihn sogar „noch nie gesehen“ hat.

Die Polizei reagiert, als sie über das Verbrechen informiert wird, blitzschnell. Sämtliche verfügbare Kräfte werden zusammengezogen, um eine Ringfahndung zu organisieren. Der eiskalte Messerstecher radelt derweil in aller Seelenruhe davon. Selbst als er einen VW-Bus der Bundespolizei bemerkt, macht er keine Anstalten, die Richtung zu ändern oder das Tempo zu erhöhen. Stattdessen zückt er sein Handy und wählt offenbar die Nummer seines Anwalts. Und er telefoniert ohne sich stören zu lassen sogar dann noch, als ihn die beiden Beamten gestoppt haben und er in die Mündung einer Pistole schaut.

Schließlich lässt sich der Täter, der lässige Freizeitkleidung und Turnschuhe trägt, widerstandslos festnehmen. Die Ermittler verhören den 40-Jährigen bis in die späte Nacht hinein, ohne ein Motiv ergründen zu können. Anschließend wird der Mann in eine Gefängniszelle gebracht. Voraussichtlich noch am Mittwoch wird er dem Haftrichter vorgeführt. Staatsanwaltschaft und Polizei wollen heute weitere Ermittlungsergebnisse bekanntgeben.

Die Kriminalbeamten in Mühldorf bitten Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sich unter Telefon 08631/36730 zu melden.

Michael Dürr

Rubriklistenbild: © fib

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