Verbrechen an Achtklässlerin

14-Jähriger schlägt Aleyna (13) halb tot

Waldsassen - Ein 13-jähriges Mädchen ist in Waldsassen Opfer eines Gewaltverbrechens geworden. Offenbar wurde sie mit einem Stein niedergeschlagen. Ihr 14-jähriger Freund hat die Tat nun gestanden.

Die Kleinstadt Waldsassen in der Oberpfalz steht unter Schock: Ein 14-jähriger Bub hat ein Mädchen (13) mit einem Stein fast tot geschlagen. Anschließend ließ er sie schwer verletzt liegen. Nur durch viel Glück hat die 13-jährige Aleyna überlebt.

Die Achtklässlerin will sich am Dienstag mit Freunden treffen. Als sie nicht wie vereinbart gegen 17 Uhr nach Hause kommt, machen sich ihre Eltern Sorgen. „Das war für Aleyna total unüblich, sie ist normalerweise sehr zuverlässig“, sagt ihr Cousin Oktay Y. zur tz. Sofort macht sich die Familie auf die Suche. Gegen 21 Uhr hält es Aleynas Vater nicht mehr aus, er verständigt die Polizei. Die Beamten beginnen ebenfalls mit einer Suche. Gegen 22.40 Uhr dann die Nachricht: Ein Suchtrupp der türkischen Gemeinschaft entdeckt die 13-Jährige in einem leerstehenden Fabrikgebäude nahe des alten Bahnhofs. Aleyna lebt, ist jedoch schwer verletzt. „Sie war kaum noch bei Bewusstsein“, sagt Oktay. Ihre Gesichtsknochen sind zertrümmert, Zähne ausgeschlagen, der Kiefer gebrochen. Mit einer Glasscherbe hat ein Unbekannter ihr an Hals und Oberkörper zusätzliche Wunden zugefügt. Außerdem lagen Kartons auf ihr.

Sofort kommt die 13-Jährige in einer Klinik. Während sie sieben Stunden lang operiert wird, sucht die Polizei den Täter. Knapp 24 Stunden später hat die Polizei einen Verdächtigen geschnappt: Der mutmaßliche Täter ist erst 14 Jahre alt. Tino G. ist ein Mitschüler von Aleyna. Zeugen hatten ihn zuletzt mit ihr gesehen. Auch hatte sie noch eine SMS an eine Freundin geschickt: „Treffe mich mit Tino.“

In einer Vernehmung hat der Bub die Tat eingeräumt, er habe aus Wut gehandelt. „Wir gehen derzeit von einer Beziehungstat aus“, so Polizeisprecher Stefan Hartl vom Polizeipräsidium Oberpfalz. Im Ort erzählt man sich, Aleyna und Tino seien einmal ein Paar gewesen, bis sie sich trennte. Rastete der Teenie deswegen aus?

Fakt ist: Tino und Aleyna gingen erst seit Kurzem zusammen in die achte Klasse der Schule in Waldsassen. Seine Familie ist vor wenigen Monaten in den Ort gezogen. Auch gibt es Vermutungen, der Bub wäre nicht alleine bei der Tat gewesen, er habe Helfer gehabt. Außerdem soll Gerüchten zufolge ein Notarzt zur Polizei gesagt haben, dass ein Einzelner so eine Tat niemals ausführen hätte können. Doch die Polizei dementiert: „Wir gehen von einer Tat eines Einzeltäters aus.“

Waldsassen hält derweil zusammen. Am Mittwoch trafen sich über 500 Menschen und bildeten eine Lichterkette für die schwer verletzte Aleyna. Dabei hieß es: „Wir beten, dass sie wieder gesund wird.“ Tino G. wurde dem Haftrichter vorgeführt. Der erließ Haftbefehl wegen versuchten Mordes.

aw

Rubriklistenbild: © dpa

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