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Mädchen streitet um Schulwegkosten

München - Vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof beginnt diesen Dienstag der Rechtsstreit einer niederbayerischen Schülerin um die Übernahme ihrer Schulwegkosten durch den Landkreis Passau.

Mit einem Streit um einheitliche Schulkleidung hat sich am Dienstag der Bayerische Verwaltungsgerichtshof befasst. Eine 13-Jährige aus Niederbayern lehnt die Schuluniform ab. Ihre Eltern wollen deshalb, dass der Landkreis Passau die Kosten für die Fahrt zu einer staatlich anerkannten privaten Realschule übernimmt. Der Landkreis will nur für die billigere Fahrt zu einer näher gelegenen katholischen Schule finanzieren, die einheitliche Schulkleidung vorschreibt.

„Meine Tochter ist keine Zicke, die in Marken-Klamotten rumläuft“, betonte die Mutter in der mündlichen Verhandlung. „Aber sie ist eine eigenständige Persönlichkeit, die sich dem Zwang nicht fügen will.“ Der Vertreter des Landkreises machte geltend, dass den Schülerinnen eine breite Auswahl an Kleidungsstücken vom T-Shirt über das Sweatshirt bis zum Kapuzenpullover in verschiedenen Farben zur Verfügung stehe: „Ich weiß nicht, wo da der Zwang sein soll.“ Der Vater hielt dagegen, dass seine Tochter das einheitliche Logo der Schule auf allen Kleidungsstücken ablehne.

Der Zwang zur Schulkleidung greife sicherlich in die freie Entwicklung der Persönlichkeit ein, machte der Vorsitzende Richter die „vorläufige Rechtsmeinung“ des Senats deutlich. „Wir könnten hier ein pädagogisches Konzept sehen, das die Schule irgendwo abhebt von anderen.“ Derartige Eigenheiten würden die Übernahme der Kosten für den weiteren Weg zu der von dem Mädchen derzeit besuchten Schule rechtfertigen. Für die Fahrt zahlen die Eltern jährlich etwa 720 Euro. Das Urteil steht noch aus.

dpa

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