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Zahlreiche Tierarten sind laut Bund Naturschutz wegen des Main-Donau-Kanals zurückgegangen.

Gewässer wird 25 Jahre alt

Naturschützer bezeichnen Main-Donau-Kanal als „Desaster“

Der Main-Donau-Kanal wird 25 Jahre alt. Naturschützer ziehen eine vernichtende Bilanz. Das zerstört der Kanal nach Meinung des Bund Naturschutzes. 

Nürnberg - Naturschützer haben zum 25-jährigen Bestehen des Main-Donau-Kanals in diesem Jahr eine vernichtende Bilanz gezogen. Der Bund Naturschutz (BN) bezeichnete den Kanal am Freitag als „ökologisches und ökonomisches Desaster“. Wertvollste Biotopflächen und Kulturlandschaften seien geopfert worden, Feuchtgebiete verschwunden und somit auch der Lebensraum besonderer Tierarten.

Artenvielfalt um mindestens die Hälfte weniger

Nach Erhebungen des Verbandes wurden vor allem im Sulztal, Ottmaringer Tal und Altmühltal zirka 600 Hektar Feuchtgebiete und weitere ökologisch besonders wertvolle Flächen zerstört oder geschädigt. Die Artenvielfalt sei in einigen Regionen um die Hälfte oder mehr zurückgegangen. Erdkröten und Wasserspitzmäuse beispielsweise seien in weiten Bereichen völlig verschwunden. Auch zahlreiche Vogelarten seien zurückgegangen.

Ausgleichsmaßnahmen zugunsten der Natur seien vollkommen hinter den Erwartungen der Planer zurückgeblieben. „Die Natur ist eben nicht so gestaltbar und ‚ausgleichbar‘ wie es immer wieder dargestellt wird. Tiere weichen eben nicht einfach mal in andere Biotope aus, wenn ihnen ihr Haupt-Lebensraum genommen wird“, hieß es vom BN.

Wirtschaftlicher Nutzen geringer als erhofft

Zugleich sei der wirtschaftliche Nutzen geringer als erhofft. Die Gütermengen lägen weit unter den Prognosen von 1992. Demnach sollten bis 2002 rund 18 Millionen Tonnen auf dem Kanal transportiert werden. 2016 betrug das Frachtaufkommen aber nur 4,6 Millionen Tonnen.

Der BN hatte sich von Anfang an gegen den Bau des rund 100 Kilometer langen Abschnitts zwischen Nürnberg und Kelheim gewandt. Insgesamt erstreckt sich der Rhein-Main-Donau-Kanal auf einer Länge von 171 Kilometern zwischen Bamberg und Kelheim.

dpa

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